Weniger Inhalt, gleicher Preis Mogelpackungen des Jahres 2018 – das sind die Kandidaten

Bei welchem der beliebten Produkte ärgern sich Konsumenten am meisten? Die Verbraucher haben abgestimmt. Foto: VZ

Preis und Optik sind gleich geblieben, aber der Inhalt ist mal wieder geschrumpft: Wie Lebensmittelhersteller regelmäßig tricksen.

 

Ups ... Die Packung Chips ist schon wieder alle. Hat man wirklich so viel genascht? Nicht unbedingt, sagt Verbraucherschützer Armin Valet. Denn immer wieder verringern Hersteller den Inhalt ihrer Produktverpackungen – aber nicht Preis und Optik.

"Man merkt oft gar nicht, dass man weniger bekommt", so der Lebensmittelexperte der Verbraucherzentrale Hamburg (VZ) zur AZ. Deshalb kürt die VZ jährlich die "Mogelpackung des Jahres".

Das sind die Mogelpackungen des Jahres

Für 2018 stehen fünf Kandidaten zur Auswahl, bei denen die Hersteller besonders gewieft versteckte Preiserhöhungen durchgesetzt haben. Verbraucher können bis zum 20. Januar auf der Internetseite der VZ (vzhh.de) abstimmen, wer den Negativpreis erhalten soll.

  • Beispielsweise die Chipsletten von Lorenz Snack-World: Sie sind um bis zu 70 Prozent teurer geworden (abhängig vom Verkaufspreis). Grund: Die Chipsletten werden nur noch in 100-Gramm-Packungen statt wie bisher zu 170 Gramm verkauft. Der Preis blieb meist gleich. Manche Händler hatten sie zwar leicht gesenkt – beispielsweise von 1,59 Euro auf 1,39 Euro. Unterm Strich bleibt dann aber immer noch eine Preiserhöhung von knapp 50 Prozent.
  • Auch Smarties von Nestlé sind viel teurer geworden: In der sogenannten Riesenrolle fehlen 20 Gramm Smarties – und das schon zum zweiten Mal in vier Jahren. Insgesamt wurden die Schokolinsen dadurch über 30 Prozent teurer. "Früher waren in der Packung 170 Gramm, jetzt sind es nur noch 130. Der Preis ist aber dabei die ganze Zeit stabil geblieben", so Armin Valet. Bei Rossmann kosteten die Schokolinsen beispielsweise 1,59 Euro.
  • Wer gern Mini Babybel von Bel isst, kann künftig ein wenig fasten – oder öfter einkaufen gehen: Im Netz steckt nämlich eine Käsekugel weniger als früher. Bei gleichem Preis natürlich – der lag während der Überprüfung durch die VZ in mehreren Edeka-Filialen in Hamburg meist weiterhin bei 1,89 Euro oder 1,99 Euro. Die versteckte Erhöhung dabei beträgt bis zu 20 Prozent: Waren es früher sechs Kugeln (120 Gramm), sind es aktuell nur noch fünf (100 Gramm). "Die meisten Verbraucher bekommen das gar nicht mit", sagt Valet. "Wer zählt schon immer die Kugeln?"
  • Ein interessanter Fall ist auch die Truthahnsalami Light von Dulano (Lidl): Hier gibt’s neben der "normalen" Truthahnsalami noch eine Light-Variante. Das Erstaunliche: Die Light-Wurst enthält nicht weniger Fett als die "normale" Variante, dafür aber weniger Scheiben in der Packung, was diese um 33 Prozent teurer macht. "Es ist grotesk. Beide Varianten haben quasi die gleiche Zusammensetzung", so Valet. "Aber es gibt Käufer, die total auf Light-Produkte stehen, und die zahlen dann halt mehr." "Light" darf eine Salami dann genannt werden, wenn sie 30 Prozent weniger Fettanteil hat als eine normale Schweinesalami. Dies ist bei Truthahnsalami ohnehin der Fall.
  • Auch der Brotaufstrich "Obstwiese Rheinisches Apfelkraut" von Grafschafter ist teurer geworden, um bis zu 41 Prozent: Der Inhalt ist gleich geblieben, wird aber jetzt anstatt im 450-Gramm-Glas im 320-Gramm-Glas verkauft.
 

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