Wenig Zucker Diese Eis-Kreatione sind keine Kalorienbomben

Wer bei der Eiscreme auf gesunde Zutaten achtet, darf sich auch mal eine größere Portion gönnen Foto: srt

Wer bei der Eiscreme auf gesunde Zutaten achtet, darf sich auch mal eine größere Portion gönnen. 

 

Diese Frage stellen viele Kinder an heißen Tagen ständig. Immer „Nein“ sagen fällt schwer. Aber viele Eltern haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie oft zustimmen. Dabei ist Eis nicht unbedingt ungesund, und die richtige Sorte muss keine Fett- und Zuckerbombe sein.

Wie so oft kommt es auf die Zutaten an. Natürliche Fette, hochwertige Früchte und das Fehlen von Farb- und Konservierungsstoffen zeichnen ein gutes Eis aus. Die Nachfrage nach „gesundem Eis“ sei in den vergangenen Jahren stark gestiegen, sagt Annalisa Carnio von Uniteis, der Union der italienischen Speiseeishersteller.

Fruchteis, Sorbet und veganes Eis erobern die Theken der Eiscafés. Gerade das Angebot an Fruchteis werde ständig erweitert, erzählt die Expertin.

Fruchteis enthalte kaum Fett und passe deshalb auch zu einer gesunden, leichten Ernährung. Auch Jürgen Elsner, Geschäftsführer des Münchner Eiscafés Sarcletti, setzt auf Eissorten „mit weniger Zucker und weniger Fetten“. Schmackhaft und gesund soll es sein. Kreationen wie Quark-Orange, Joghurt-Cassis oder Buttermilch-Mango hinterlassen Elsner zufolge „kein zuckriges Gefühl und kein Völlegefühl“.

Auch mit Gabel oder Pürierstab entsteht ein cremiges Eis

Auf der sicheren Seite ist, wer sein Eis selber zubereitet. „Wenn ich Eis selber mache, bin ich der Meister der Zutaten und entscheide, was hineinkommt. Ich kann auf alle Ingredienzien verzichten, die bei der industriellen Eisproduktion verwendet werden, wie Emulgatoren, Stabilisatoren und Verdickungsmittel“, sagt Kochbuchautorin Gabriele Redden. Wer sein Eis selber macht, kann es natürlich ganz nach seinem Geschmack zusammenstellen. „Ich kann ständig neue Eissorten erfinden und muss nicht kaufen, was angeboten wird“, sagt Redden und verweist auf ihr ganz spezielles Karotten-Orangen-Joghurt-Eis.

Für vier Portionen der Gemüse-Obst-Kreation lässt sie 300 Gramm klein geschnittene Karotten in einer Mischung aus 200 Millilitern frisch gepresstem Orangensaft mit Fruchtfleisch und 175 Gramm Zucker weichdünsten. Dann püriert sie die Mischung. Das Mus wird mit 350 Gramm griechischem Joghurt vermischt und kommt dann in die Eismaschine oder ins Gefrierfach. Wer keine Eismaschine hat, muss die Masse in den ersten zwei bis drei Stunden des Gefrierens mehrmals mit einer Gabel oder dem Pürierstab umrühren. Nur so entsteht ein gleichmäßig cremiges Eis. „Wer vorhat, häufig Eis herzustellen und dafür auch tief ins Portemonnaie greifen kann, dem empfehle ich eine Eismaschine mit Kompressor“, sagt Redden.

Tipp eines Münchner Eis-Experten: Rhabarber oder Waldbeeren

Günstiger sind Maschinen mit Kühl-Akku, der Akku muss jedoch vor Gebrauch mindestens zwölf Stunden ins Eisfach. Wichtig ist auch, dass die Maschine das frisch gemachte Eis eine Zeit lang kühl hält und dann leicht zu reinigen ist. Redden empfiehlt, beim Kauf nach der Zeit zu fragen, die die Maschine zum Eis machen braucht. „Es sollte nicht länger als 30 Minuten dauern“, rät sie.

Dass ein schmackhaftes Eis aus eigener Herstellung eine schnelle Sache sein kann, weiß auch Eiscafé-Chef Elsner. Sein Tipp: Gefrorenes Fruchtpüree – etwa von Waldbeeren, Erdbeeren oder Rhabarber – mit Joghurt und Zucker, am besten Läuterzucker, aufmixen. Das Ganze mit sehr fein geschnittener Minze oder Zitronenmelisse aromatisieren und zurück in den Gefrierschrank stellen. Wer mag, kann auch ein Schlückchen Limoncello dazugeben. Nach etwa 10 Minuten einmal durchrühren und nach 30 bis 45 Minuten servieren. So wie sich Milch und Sahne gut durch Joghurt, Quark oder Buttermilch ersetzen lassen, gibt es auch Varianten zu raffiniertem Zucker. Redden verwendet Stevia statt Zucker, wenn sie weiß, dass Diabetiker mit essen. Stevia hat eine deutlich höhere Süßkraft als Zucker und enthält keine Kalorien und Kohlenhydrate.

Autorin Anni Daulter rät in ihrem Buch „Eisvergnügen am Stiel“ zu Honig, Agavendicksaft oder Palmzucker als Süßungsmittel. Außerdem meint sie, dass süße Früchte häufig so viel Fruchtzucker enthalten, dass gar keine weitere Süße mehr nötig ist. So kommen etwa in ihr Orangen-Ananas Eis nur Orangensaft, frische Ananas, Weizenkeime und Wasser. Die Weizenkeime geben dem Eis einen nussigen Geschmack. Daulters Mango-Joghurt-Eis besteht aus weichgedünsteten Apfel- und Mango-Stücken sowie Joghurt. Es ist der Autorin zufolge für Kinder süß genug, und auch Kleinkinder können es zur Erfrischung schlecken.

Natürlich lieben Kinder aber auch die Klassiker wie Vanille- und Schokoladeneis. Um dabei maßzuhalten, empfiehlt Annalisa Carnio, das Eis langsam zu genießen. So entstehe ein Glücks- und gleichzeitiges Sättigungsgefühl – und der Ruf nach dem nächsten Eis lässt vielleicht ein wenig länger auf sich warten.

 

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