Weißes Gold Spargelernte in Bayern hat begonnen

Zu Saisonbeginn ist das Gemüse noch vergleichsweise teuer – später gehen die Preise spürbar bergab. Foto: Daniel von Loeper

In den Spargelregionen Bayerns hat die Ernte begonnen. Experten prophezeien dem "weißen Gold" heuer eine Spitzenqualität.

 

Bayern - Sobald die Frühlingssonne scheint, wollen viele Bayern Spargel auf ihren Tellern sehen. In einigen Regionen im Freistaat hat die Ernte bereits begonnen – unter anderem bei Hans Gänger, Spargelbauer aus Niedermotzing (Landkreis Straubing-Bogen). Gänger holte schon Anfang des Monats die ersten Stangen aus dem Boden – dank einer speziellen Technik.

Der Chef des gleichnamigen Familienbetriebs nutzt für eines seiner Felder im fruchtbaren Gäuboden Abwärme aus einer nahegelegenen Biogas-Anlage. "Seit Mitte Januar beheizen wir mit Rohren die Erde – das sind Top-Voraussetzungen für gutes Wachstum", sagt Gänger, der auf 150 Hektar Fläche Spargel anbaut, der AZ. Seine Ware liefert er unter anderem an Münchner Rewe-Märkte. In den kommenden Tagen nimmt die Ernte nun richtig Fahrt auf.

Im oberbayerischen Anbaugebiet Schrobenhausen beginnt die Saison offiziell am 10. April – auf dem Münchner Viktualienmarkt gibt es dazu den traditionellen Spargelanstich, heuer mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU). Die Zeichen deuten auf eine "super Saison" hin, wie Theodor Däxl, Referent für Obst und Gartenbau beim Bayerischen Bauernverband, sagt. Denn die Spargelpflanzen seien gut durch den Winter gekommen.

"Kirschen rot, Spargel tot"

"Wir hoffen allerdings, dass es nicht ganz so turbulent wird wie vergangenes Jahr", sagt Däxl. 2018 war die Temperatur im April plötzlich deutlich gestiegen, der Spargel wuchs dadurch besonders schnell, und die Bauern kamen mit der Ernte kaum hinterher. Spargel, der den Körper entgiftet und die Nierentätigkeit anregt, erlebt seit Jahren einen Boom. Die Spargelanbaufläche hat sich in Bayern zwischen 2000 und 2018 nahezu verdreifacht und lag zuletzt bei fast 4200 Hektar.

Dass Spargel ein kulinarisches Luxusgut ist, zeigt sich am Preis: Wer das Edelgemüse jetzt schon verzehren will, muss für ein Kilogramm in der Handelsklasse I mehr als 15 Euro hinlegen – noch. Die Preise dürften laut Meinung von Experten schnell spürbar sinken. Viele Kunden lassen sich vom hohen Preis des "weißen Goldes" aber nicht abschrecken – denn die Saison dauert nicht mal ein Vierteljahr.

Eine Bauernregel hilft: "Kirschen rot, Spargel tot". Bedeutet: Nur bis zum Spargelsilvester am Johannistag (24. Juni) stechen Erntehelfer die wertvollen Stangen.

 

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