Weil sie sich für ihn stark machte Professorin bekommt wegen Mollath-Tweet Polizeibesuch

Weggesperrt: Seit sieben Jahren sitzt Gustl Mollath in der Psychiatrie.Wegen Wahnvorstellungen. Seine Schwarzgeldvorwürfe aber haben sich inzwischen als wahr erwiesen. Foto: dpa

Ursula Gresser ist Ärztin, Professorin und CSU-Mitglied – und hat wegen einer Nachricht im Netzwerk Twitter Besuch von der Polizei bekommen. Sollte sie eingeschüchtert werden?

München - Die Professorin Ursula Gresser, die sich im Fall Mollath für den in der Psychiatrie sitzenden Mann stark macht, ahnte wohl nichts böses, als sie am Montag in einem Tweet auf eine Veranstaltung mit Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) hinwies: „Wann Mollath freikommt? Diese Frage könnte man Frau Merk am Mo. 10.06.13 um 19 Uhr im Landgasthof Hofolding stellen“, heißt in dem mittlerweile gelöschten Beitrag. Für die Polizei Grund genug, Gresser zwei Beamten in Zivil zu schicken.

Wie die Ärztin am Dienstag sagte, erklärten ihr die Polizisten, es gebe Bedenken wegen der Sicherheit der Veranstaltung. Das sei ein Versuch gewesen, sie einzuschüchtern und von einem Besuch abzuhalten, sagte sie. „Das war wie der Besuch von Marsmännchen. Da war ich platt.“ Zuvor hatte der Journalist und Blogger Richard Gutjahr den Fall in seinem Blog dokumentiert.

Das Justizministerium teilte am Dienstagvormittag mit, man prüfe den Vorgang noch. Der Fall Mollath war bei der Veranstaltung übrigens kein Thema. Die selbst bei Twitter aktive Ministerin sprach unter dem Motto „Facebook & Co. – sicher surfen in sozialen Netzwerken, mit Staatsministerin Dr. Beate Merk“.

 

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