Weil es der Dämon so wollte Mord in Hostel: 23-Jähriger muss 14 Jahre in Haft

Im "A&O"-Hostel in der Arnulfstraße ist es am Ostermontag 2019 zu einer Messerstecherei gekommen. Foto: dedinag

Im A&O Hostel in der Arnulfstraße eskaliert ein Streit zwischen Gästen - der Konflikt endet tödlich. Wegen Mordes und versuchten Mordes muss ein 23-Jähriger nun lange ins Gefängnis - und danach in die Psychiatrie.

 

München – Wie hypnotisiert sei er gewesen, erinnert sich Jacques B. (23, Name geändert). Der Nachtportier will die Stimme eines Dämons gehört haben. Der habe ihn zunehmend aggressiv dazu gedrängt, seinen Widersacher zu töten.

Nun fiel das Urteil gegen den 23-Jährigen: 14 Jahre Haft plus Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt - die der Täter wohl für sehr lange Zeit nicht verlassen werden wird.

Der Fall: Der Franzose hatte vor einem Jahr mit zwei anderen in einem Zimmer im A&O-Hostel an der Arnulfstraße gewohnt. Mit einem der beiden, einem 31-Jährigen, war Jacques B. an jenem Aprilabend über abgelegte Sachen in Streit geraten.

Dieser nichtige Anlass reichte, um den 23-Jährigen zu seiner Bluttat zu motivieren. Er sei zu seinem Lagerraum gefahren, um sich dort mit einem Jagdmesser zu bewaffnen. Dann kehrte er ins Hostel zurück. Als sein Kontrahent im Badezimmer war, um sich die Zähne zu putzen, ging der 23-Jährige mit dem Messer auf diesen los. 18 Stiche führte Staatsanwalt Laurent Lafleur an.

Streit eskaliert: 23-Jähriger sticht auf Kontrahenten ein

Der 61-jährige Hesse, der sich das Zimmer mit den beiden Streitenden teilte, versuchte, Jacques B. an weiteren Stichen zu hindern. Daraufhin wurde er selbst Opfer des Rasenden, wurde unter anderem in den Hals gestochen. Dennoch gelang es beiden Opfern noch, sich in die Lobby des Hostels zu retten. Dort brachen die Männer zusammen. Für den 61-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Er verblutete. Das jüngere Opfer konnte gerettet werden, musste aber wochenlang im Krankenhaus behandelt werden.

Jacques B. hatte vor Gericht gesagt, dass er erst in der Lobby aus der Hypnose des Dämons erwacht sei. Die Polizei konnte ihn wenig später widerstandslos festnehmen.

Schon seit seiner Kindheit habe er unter Verfolgungswahn gelitten und immer wieder Visionen und Gewaltfantasien gehabt, sagt der Angeklagte. Mit Unterbrechungen sei er deswegen psychiatrisch behandelt worden.

Nun wird B. nach seiner Haft erneut in die Psychiatrie kommen. Dort war er auch seit Februar untergebracht, nach seiner U-Haft.

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