Weihnachtsbäume im Test Pestizid-Belastung: Sind die Christbäume heuer giftig?

Jeder zweite Weihnachtsbaum ist mit Pestiziden belastet. Foto: dpa/az

Laut Bund Naturschutz sollen in Bayern fünf von sieben Weihnachtsbäumen mit gesundheitsschädlichen Pestiziden belastet sein. Trotzdem müssen Sie Weihnachten nicht ohne Baum feiern. Die Tipps des BUND.

Berlin, München - Konsumenten sollten diese Jahr beim Kauf ihres Weihnachtsbaumes besonders vorsichtig sein. Wie Tests vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Bund Naturschutz in Bayern ergeben haben, ist mehr als jeder zweite Baum mit gesundheitsschädlichen Pestidziden belastet. Für die Test haben die Verbände die Nadeln von Weihnachtsbäumen genauer unter die Lupe genommen und auf Rückstände von über 150 Pestiziden untersuchen lassen.

5 von 7 Bäumen in Bayern betroffen

Getestet wurden 15 Nadelbäume, die in Berlin, Leipzig, München, Nürnberg sowie in den Landkreisen Main-Spessart und Rhön-Grabfeld stichprobenartig unter anderem bei Bau- und Gartenmärkten gekauft worden waren. In sieben Bäumen fanden die Tester entweder Glyphosat oder Prosulfocarb, in einem weiteren Fall beide Herbizide in Kombination. In Bayern waren sogar fünf von sieben getesteten Weihnachtsbäumen belastet.

„Diese Agrargifte sind starke Wasserschadstoffe und können auch beim Menschen gesundheitliche Auswirkungen hervorrufen. Glyphosat steht im Verdacht Krebs zu fördern und die Embryonalentwicklung zu schädigen“, sagte der BUND-Pestizidexperte Tomas Brückmann. „Prosulfocarb ist sehr giftig für das Nervensystem und Glyphosat ist akut toxisch für Wasserorganismen. Die Stoffe können nach Angaben der Hersteller in Gewässern längerfristig schädliche Auswirkungen haben“, so der Pestizidexperte.

Nicht der erste Test

Schon einmal hatte der BUND im Dezember 2011 Weihnachtsbäume auf ihre Pestizidbelastung testen lassen. Dabei fanden die Tester Rückstände von Insektenvernichtungsmitteln und Pestiziden, die nicht für den Christbaumanbau zugelassen waren. Diese gefährlichen Agrarchemikalien wurden in den aktuellen Analysen nicht mehr nachgewiesen.

Der aktuelle Test belege jedoch, dass beim Anbau von Weihnachtsbäumen häufig Herbizide eingesetzt würden. „Diese Unkrautvernichtungsmittel sind beim Anbau von Weihnachtsbäumen nicht notwendig und gefährden unsere Gewässer. Wegen der Umwelt- und Gesundheitsrisiken müssen die Produzenten von Christbäumen auf Pestizide verzichten“, sagte Brückmann.

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Öko-Weihnachtsbaumplantagen nicht belastet

Konsumenten können jedoch aufatmen, auf einen Weihnachtsbaum muss dieses nicht verzichtet werden. „Öko-Weihnachtsbaumplantagen kommen ohne Pestizide aus“, so Ralf Strauß-Berger, BN-Waldreferent, „beispielsweise durch den Einsatz von Shropshire-Schafen, durch die das Gras kurz gehalten wird“. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Verbraucher auf die Bio-Zertifizierung achten, also auf ein Siegel der Öko-Anbauverbände, oder einen Weihnachtsbaum aus heimischen Wäldern kaufen.

Beim Waldbesitzer und Förster nebenan können Bäume auch teilweise selbst eingeschlagen werden, ein besonderes Erlebnis, vor allem für Kinder, so Straußberger.

Verbrauchern empfiehlt der BN, vor dem Kauf zu erfragen, ob der Weihnachtsbaum aus regionaler Herkunft stammt und umweltgerecht produziert wurde. So könne auch das Bewusstsein der Produzenten und Händler für nachhaltige Anbaumethoden gestärkt werden. Bei den Testkäufen des BUND und des BN hatte sich gezeigt, dass Verkäufer oft keine Auskunft geben konnten, ob der Christbaum unter umweltgerechten Bedingungen produziert wurde.

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