Weggefährten und Szene trauern Schwulen-Aktivist Guido Vael im Alter von 72 Jahren verstorben

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Guido Vael 2008 beim Candlelight-Walk. Foto: sub

Guido Vael stellte sich seinerzeit gegen Kreisverwaltungsreferent Peter Gauweiler und war im Vorstand der Aids-Hilfe. Die Szene trauert.

 

München - Die schwule Szene – und nicht nur sie – trauert um Guido Vael. Der gebürtige Belgier war jahrzehntelang in der Schwulenbewegung in München und darüber hinaus engagiert.

Er war Mitgründer der Münchner Aids-Hilfe 1984 und in deren Vorstand, später im Vorstand der Deutschen Aids-Hilfe und im schwulen Kulturzentrum Sub Leiter des Projekts Prävention.

"Es ging ihm immer nur um die Sache"

"Er hat sich leidenschaftlich gestritten", erinnert sich Michael Plaß vom Sub, "und er hat sich auch gegen die bayerische Staatsregierung in die erste Reihe gestellt und denen die Stirn geboten." Ein Höhepunkt war 1987, als er an der Demo gegen den von Gauweiler geplanten Maßnahmenkatalog maßgeblich beteiligt war. "Aber er hat nie gegockelt, ihm ging es nie um sich, sondern immer um die Sache", sagt Kai Kundrath, Geschäftsführer vom Sub.

"Guido hatte aber auch eine gefühlvolle Seite, die hat er nur selten gezeigt", sagt Plaß. 1969 war Vael nach München gekommen, nachdem seine Eltern mit ihm wegen seiner Homosexualität gebrochen hatten.

Vor 42 Jahren kam er mit seinem Ehemann Willi zusammen, der während seiner langen Krankheit bei ihm war. Am 13. Januar ist Guido Vael im Alter von 72 Jahren verstorben. "Unsere Community hat einen resoluten Verfechter und mutigen Weggefährten verloren", schreibt das Sub in einer Mitteilung.

 

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