Wegen Terrorfinanzierung durch Dealer Großaufgebot: Drogenfahnder aus 20 Ländern in Bayern

Ein Drogenabhängiger setzt sich eine Spritze. (Symbolbild) Foto: Frank Leonhardt/dpa

Drogenfahnder aus 20 Ländern sind in Fürth, um Strategien gegen Drogenhandel im Internet und zur Terrorfinanzierung zu entwickeln.

 

Fürth - Die Chefermittler von Polizei, Zoll und Staatsanwaltschaften tauschen am Mittwoch Informationen aus, beraten und überlegen, wie sie den Drogenhandel besser in den Griff kriegen könnten.

"Hochaktuelle Probleme mit großer gesellschaftlicher Bedeutung"

Dabei geht es unter anderem um Drogenhandel via Internet sowie Terrorfinanzierung durch Drogenhandel. "Beides sind hochaktuelle Probleme mit großer gesellschaftlicher Bedeutung", sagt Kriminaldirektor Jörg Beyser, der das Drogenfahnder-Netzwerk leitet. Zu der Veranstaltung mit dem Namen Arbeitsgruppe (AG) Südost hat das Bayerische Landeskriminalamt zusammen mit der amerikanischen Spezialeinheit zur Drogenbekämpfung (DEA) geladen.

AG-Gründung zur Zeit der berüchtigten "French Connection"

Die AG Südost beschäftigte sich bislang hauptsächlich mit der Bekämpfung des Heroinschmuggels entlang der Balkanroute. Dafür wurde das Netzwerk im Jahr 1972 ursprünglich gegründet - zur Zeit der berüchtigten "French Connection", die damals auch in Hollywood verfilmt wurde. Die US-Behörden ermittelten in den 1970er Jahren wegen Heroinlieferungen aus Frankreich, die zuvor über die Balkanroute geschmuggelt wurden. Da die Täter einen Bezug nach München hatten, baten die Amerikaner das Bayerische Landeskriminalamt um Unterstützung - die Geburtsstunde der Arbeitsgruppe.

Jährlicher Heroinverbrauch in Deutschland: Über 50 Tonnen

Den Ermittlern gelang es, die "French Connection" zu zerschlagen, nicht jedoch den Heroinschmuggel entlang der Balkanroute zu stoppen. Die UN schätzt, dass nach wie vor auf diesem Weg jährlich Heroin mit einem Marktpreis von rund 20 Milliarden Dollar geschmuggelt wird. Schätzungen zufolge soll allein in Deutschland der jährliche Heroinverbrauch bei über 50 Tonnen liegen. Die Arbeit wird den Drogenfahndern also nicht ausgehen.

 

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