Wegen Streits um Toilette? Schießerei auf Atom-U-Boot

Nach einer Schießerei auf einem Atom-U-Boot der britischen Marine forscht die Polizei nach dem Motiv des Täters. Ein Matrose hatte am Freitag im Kontrollraum des Bootes einen Offizier erschossen und einen Offizier mit seiner Dienstwaffe angeschossen.

 

London -  Nach ersten Zeugenaussagen könnte der Streit um die Benutzung der Toilette auf dem Unterseeboot ausgebrochen sein, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Der Täter war gerade dabei, die Wache zu übernehmen.

Das Verteidigungsministerium wollte die Zeugenaussagen zunächst nicht kommentieren. Die Behörde bestätigte lediglich die Identität des Toten. Es handelt sich um einen 36 Jahre alten Leutnant, Vater von vier Kindern. Er war als Ingenieur für die Waffensysteme zuständig. Verteidigungsminister Liam Fox sprach den Hinterbliebenen sein Beileid aus. Er sei "tieftraurig".

Das Schiff hatte im Hafen von Southampton gelegen und war für Besucher geöffnet worden. Kurz vor der Tat hatte eine Schulklasse das U-Boot verlassen. Zur Tatzeit selbst war der Vorsitzende des örtlichen Gemeinderats an Bord. Er habe den Täter überwältigt, sagte er am Samstag der BBC. "Ich rannte auf ihn zu und drückte ihn gegen die Wand, dann kämpfte ich mit ihm, um ihm die Waffen abzunehmen", sagte Royston Smith. Auch dabei soll sich noch einmal ein Schuss gelöst haben.

Das U-Boot ist das derzeit größte und neueste seiner Art beim britischen Militär. Im vergangenen Oktober war es in Schottland auf eine Kiesbank aufgelaufen. Die "Astute" gilt als Späher-U-Boot. Sie hat einen Reaktorantrieb, aber keine Atomwaffen an Bord.

 

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