Wegen Kulturschatz aus Griechenland George Clooney legt sich mit Londons Bürgermeister an

George Clooney bei der Premiere seines Films "Monuments Men" in London Foto: Jonathan Short/Invision/AP

Eigentlich wollte George Clooney vergangene Woche nur seinen Kinofilm "Monuments Men" in London promoten. Doch plötzlich befand sich der Hollywood-Star im Clinch mit dem Londoner Bürgermeister Boris Johnson. Dieser verglich den Schauspieler wegen einer Äußerung über einen Kulturschatz im Britischen Museum mit Hitler. Eine Antwort von Clooney ließ nicht lange auf sich warten.

 

Los Angeles – Im Kinofilm "Monuments Men" soll George Clooney (52, "The Descendants") gegen Ende des Zweiten Weltkriegs dafür sorgen, dass weltbekannte Kunstgemälde wie der Genter Altar nicht von den Nazis zerstört werden. Aber auch privat scheint der Hollywood-Star in dieser Rolle aufzugehen. In London hat Clooney mit einer beiläufigen Bemerkung über die Elgin Marbles (Fragmente, die der britische Lord Elgin 1801 aus der Akropolis herausbrechen ließ), einem Jahrtausende alten griechischen Kulturschatz, den Zorn des Bürgermeisters auf sich gezogen.

Clooney sprach sich während einer Pressekonferenz zu seinem neuen Film in London dafür aus, dass das Britische Museum, das im Besitz der Elgin Marbles ist, diese an Griechenland zurückgeben solle. Selbst in England gebe es eine Mehrheit für dieses Vorhaben und das sei "vermutlich die richtige Entscheidung", so Clooney. Dass der Schauspieler sein neuestes Werk dafür nutzte, den Umgang der britischen Regierung mit ausländischen Kunstexponaten zu thematisieren, stieß Londons Bürgermeister Boris Johnson übel auf.

"Irgendjemand muss sich dringend um Clooneys Geisteszustand kümmern", echauffierte sich Jonhson in der britischen Zeitung "Telegraph". Außerdem wetterte der für seine verbalen Attacken bekannte Bürgermeister darüber, dass der Hollywood-Star seinen neuen Film über Raubkunst der Nazis promote und dabei selbst nicht realisiere, dass Hermann Göring einst Pläne hatte, das Britische Museum zu plündern. "Und wo hätten die Nazis die Elgin Marbles hingeschickt? Nach Athen! Dieser Clooney befürwortet nicht weniger als die Hitler-Agenda für Londons kulturelle Schätze", ließ Johnson das britische Tagblatt wissen. Und ergänzte: "Er sollte das Hollywood-Drehbuch in die Tonne treten und sich an die Geschichte halten."

Doch Clooney zeigt sich von diesem verbalen Angriff wenig beeindruckt und konterte in der britischen Ausgabe der "Huffington Post" dem Bürgermeister: "Ich würde das seiner Liebe zum Übertreiben ankreiden, hinuntergespült mit ein paar Gläsern Whiskey." Deshalb wolle er ihm keine böse Absicht unterstellen. Zudem sei er ein großer Fan des Bürgermeisters.

An seiner Meinung hält der Schauspieler trotzdem weiterhin fest, dafür müsse man schließlich nur die Regeln der Unesco heranziehen, die von allen Seiten akzeptiert wurden. Diese besagen, dass nationale Kulturschätze eines besetzten Landes nicht verkauft werden dürfen. Die Elgin Marbles seien jedoch von der Besatzungsmacht Türkei aus der Akropolis herausgebrochen und später an das Britische Museum verkauft worden, rechtfertigt Clooney seine Aussage und richtete abschließend noch ein paar Worte direkt an den Bürgermeister: "Wenn Sie Fakten wollen. Das sind die Fakten. Aber vielleicht ist es einfacher, mich mit Hitler zu vergleichen."

 

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