Wegen Auflagen der Stadt Münchner Beerencafés droht die Schließung

Die Beerencafés sind beliebt – viele Münchner haben bereits eine Petition für ihren Erhalt unterzeichnet. Foto: Familie Hofreiter

Strenge Auflagen der Stadt bereiten den Betreibern der Beerencafés Sorgen. Wie Gäste, Politik und Cafébetreiber nun kämpfen wollen.

 

München - Mit Familie und Freunden Erdbeeren, Brombeeren oder Kirschen pflücken, durchs Maislabyrinth irren und danach einen Kaffee mit frischem Kuchen genießen: Die Beerencafés in Feldmoching, Lochhausen und Johanneskirchen sind für viele Müncher idyllische Plätze unweit der Stadt.

Doch jetzt droht den Cafés die Schließung. Grund sind strenge Auflagen der Stadt, die für die Betreiber, die Familie Hofreiter, die Schließung bedeuten würden.

Beliebte Beerencafés von Schließung bedroht

"Nach 13 Jahren Beerencafés hat die Stadt nun beschlossen, dass die Areale landwirtschaftliche Nutz- und keine Gewerbeflächen sind", so Thomas Hofreiter. Deshalb fordert die Stadt jetzt: maximal 40 Sitzplätze, weniger Öffnungstage, weniger Park- und kleinere Spielplätze, kein Lagerfeuer, keine Tiere und weniger umfangreiche Speisekarten.

Auch fordert die Stadt die Betreiber auf, das Beerencafé in Johanneskirchen zum 1. September vorzeitig für das Jahr zu schließen. "Eben, weil das Areal als Nutzfläche gilt und demnach nur während der Erntezeit betrieben werden darf", erklärt Thomas Hofreiter. Am 11. September sollen dann die anderen Cafés folgen.

In einem Schreiben von Hofreiter an die Stadt erklärt der Betreiber jedoch, dass gerade die Kulturen, die es in Johanneskirchen gibt (Heidelbeeren, Himbeeren, Tomaten, Gurken, Paprika, Kartoffeln, Kräuter und Salat), noch mindestens bis zum 15. September erntbar seien.

Auflagen der Stadt: Müssen die Beerencafés schließen?

"Für uns ist das Café sehr wichtig, da nicht-verkaufbare Ware wie Beeren, die einen Tag alt sind, für Marmelade oder Soße genutzt werden", erklärt Hofreiter.

Dass den Beerencafés die Schließung droht, ist auch im Rathaus angekommen. Stadtrat Johann Sauerer (CSU) hat eine persönliche Bindung zu den Fruchtoasen. "Mein Vater ist am Sonntag wieder hingeradelt, um sich frische Beeren zu kaufen", sagt er der AZ. Als er von einer drohenden Schließung gehört habe, sei er "regelrecht emotional" geworden.

Sauerer hat jetzt einen Stadtratsantrag formuliert. In dem fordert er die Verwaltung dringend dazu auf, dem Betreiber der Beerencafés schnellstmöglich Wege aufzuzeigen, wie das Unternehmen an seinen Standorten weitergeführt werden kann. Eine mögliche Lösung wäre ein Bebauungsplan, der darlegt, wie das Areal genutzt wird, erklärt Thomas Hofreiter der AZ am Telefon.

10.000 Menschen haben Petition unterschrieben

Eine hohe Priorität hat die Anfrage auch beim Planungsreferat. Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) bemühe sich, schon am Dienstag zu antworten, sagt sie der AZ.

Der Druck wird durch eine Petition verstärkt, die Stammkundin Manuela S. gestartet. Bis Montagabend haben 10.000 Menschen unterschrieben. Sie schreibt: "Eine Schließung wäre ein Verlust für alle Familien, die ihren Kindern ein unvergessliches Erlebnis aus Spaß und Natur bieten wollen."

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