Wechsel zu Euroleague-Team Paukenschlag: Alex Renfroe verlässt Bayern-Basketballer

, aktualisiert am 30.11.2016 - 17:28 Uhr
Alex Renfroe verlässt den FC Bayern in Richtung Spanien. Foto: Imago

Paukenschlag bei Bayerns Basketballern: Point-Guard Alex Renfroe verlässt den Verein und wechselt nach Barcelona. Der US-Amerikaner nennt den Grund für den überraschenden Wechsel.

 

München - Beim FC Bayern Basketball kommt einem derzeit so manches spanisch vor.

So stand einer im Mittelpunkt, der gar nicht anwesend war: Alex Renfroe. Der US-Amerikaner gehörte beim Eurocupspiel des FC Bayern Basketball gegen Unicaja Malaga schon nicht mehr zum Kader. Sein Wechsel zum FC Barcelona, der am Dienstag vollzogen wurde, hallt bei den Bayern aber noch immer nach.

„Es ist jetzt alles sehr schnell gegangen“, sagte Renfroe, der mit seiner Familie bereits nach Barcelona gereist ist, zu seinem doch etwas überraschenden Abschied.

"Nicht der Plan gewesen"

Die Gerüchte um und Anzeichen für den Transfer hatten sich in den vergangenen Tagen zwar gemehrt. „Es ist nicht unser Plan gewesen, Alex abzugeben“, gestand aber auch FCBB-Geschäftsführer Marko Pesic ein, „doch die Bewährungschance in Barcelona können und wollen wir ihm nicht verwehren.“

Renfroe, der noch bis 2017 in München unter Vertrag stand, war eigentlich fester Bestandteil der im Sommer runderneuerten Bayern-Mannschaft, die gerade dabei ist, sich zu finden. „Große Teams fischen gerne im Dunkeln, sage ich immer“, philosophierte Chefcoach Sasa Djordjevic bereits am Montag, als er auf die Gerüchte um Barça und Renfroe angesprochen wurde: „Wir müssen daran arbeiten, auch ein ganz großer Fisch zu werden.“

Barcelona war nach der Verletzung des Spaniers Pau Ribas, der wegen einer Achillessehnenverletzung monatelang ausfällt, auf Spielmachersuche.

Zwei Gründe

Renfroe war dabei vor allem aus zwei Gründen interessant: Zum einen besitzt er auch einen bosnischen Pass und blockiert so keinen der in Spanien lediglich zwei verfügbaren Plätze für Nichteuropäer. Zum anderen spielte er mit Bayern nur Eurocup und ist somit in der Euroleague, der europäischen Königsklasse, sofort spielberechtigt. Zudem kennt der Point Guard die spanische ACB-Liga von seinen Karriere-Stationen bei Valladolid und Vítoria.

Für Renfroe geht’s nun also vom im Basketball noch nicht so wirklich großen FCB aus München zum auch dort renommierten FCB aus Barcelona. Die ersten Trainingseinheiten hat er dort schon hinter sich. „Ich bin glücklich hier zu sein und es ist ein großes Privileg, für einen solchen Verein spielen zu dürfen“, sagte der 30-Jährige dem vereinseigenen TV-Sender.

Back-Up eines Ex-Münchners

Als „intelligenten Spieler, guten Assistgeber und Rebounder mit viel Erfahrung“, kündigte Barça-Manager Rodrigo de la Fuente seinen Neuzugang an. In Barcelona ist Renfroe nun als Backup für Tyrese Rice, der ebenfalls schon mal bei den Bayern (2012-2013) spielte, eingeplant. Ein solcher Kopf der Mannschaft, wie Rice es damals schon war, wurde Renfroe bei den Münchnern aber nie.

Der 1,91-Meter-Mann erzielte in 49 Ligaspielen für Bayern durchschnittlich 8,5 Punkte, leistete sich aber auch immer wieder unnötige Ballverluste. Nach der Verpflichtung von Nick Johnson ging seine Spielzeit merklich zurück. Renfroe war offenbar nicht der Spielmacher, den sich

Djordjevic, früher selbst Weltklasse-Point-Guard, vorstellte. Die Ablöse, die Barça für Renfroe überwiesen hat, dürfte den Münchnern dabei helfen, den Kader-Platz nun mehr nach den Wünschen des Trainers neu zu besetzen. Das „werden wir nun in aller Ruhe entscheiden“, kündigte Pesic an.

 

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