Was uns fehlt, wie oft wir krank werden Großer Report: So gesund ist Bayern

Es geht uns schon ziemlich gut in Bayern (nicht nur bei Sonnenschein am Max-Joseph-Platz). Nur Baden-Württemberger sind noch gesünder als Bayern. Foto: dpa

Der große Gesundheitsreport für Bayern: Mit welchen Krankheiten wir uns besonders oft krankschreiben lassen – und welche Rolle Familie, Stress und Beruf für die Gesundheit spielen.

München - Im Bundesvergleich sind wir Bayern pumperlgsund. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK und des Instituts für Gesundheitsforschung (IGES) hervor.

Überraschend: Besonders die 25- bis 39-Jährigen lassen sich kaum krankschreiben – obwohl gerade sie mit Kind und Karriere oft einer Doppelbelastung ausgesetzt sind.

Die wichtigsten Ergebnisse und welche Rolle Familie, Stress und Beruf für die Gesundheit spielen:

Krankschreibungen und Dauer der Erkrankung: Der Krankenstand in Bayern lag 2013 bei 3,4 Prozent – von 1000 Beschäftigten waren pro Tag im Schnitt nur 34 krank geschrieben. Im Bundesdurchschnitt waren es 40 pro Tag (also 4 Prozent). Nur Baden-Württemberg ist noch gesünder: Hier lag der Krankenstand bei 3,3 Prozent.

Auch die Dauer der Krankschreibungen liegt in Bayern unter dem Durchschnitt: Dauerte ein Arbeitsausfall 2013 im Bundesschnitt 12 Tage, waren es in Bayern nur 11,6 Tage.

Woran die Bayern erkranken: Für gut die Hälfte aller Arbeitsausfälle im Freistaat sind Gelenke, Atemwege und Psyche verantwortlich. Die zugehörige Grafik sehen Sie in der Bilderstrecke oben.

Die Schwachstelle der Bayern ist das Muskel-Skelett-System: Knapp 22 Prozent lassen sich wegen Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfällen oder Knieproblemen krankschreiben.

Auf Platz zwei der Diagnosen: Erkältungen, Bronchitis, Mandelentzündung und andere Erkrankungen der Atemwege (16,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 20 Prozent.

Erstmals in den Top Drei dabei sind psychische Erkrankungen: Mit 13,9 Prozent wurden Depressionen, Neurosen, Angststörungen etc. vergangenes Jahr deutlich häufiger diagnostiziert als noch 2012.

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Welche Altersgruppe sich am meisten krankschreiben lässt: Am häufigsten von akuten Infektionen außer Gefecht gesetzt sind die 15- bis 24-Jährigen (Grafik in der Bilderstrecke oben). Auf 100 Versicherte kommen in dieser Altersgruppe 94 krankgeschriebene Arbeitstage. In dieser Altersgruppe auch häufig: Magen-Darm-Erkrankungen.

Da akute Infektionen in der Regel sehr schnell verheilen, fallen sie für den Arbeitgeber jedoch weniger schwer ins Gewicht als etwa Rückenschmerzen. Hier hängen die 40- bis 65-Jährigen die anderen Altersgruppen mit 90 krankgeschriebenen Arbeitstagen je 100 Versicherten deutlich ab.

Ebenso bei depressiven Erkrankungen, die auch langer Krankschreibungen bedürfen. Auch hier führen die 40- bis 65-Jährigen die Statistik an: 86 krankgeschriebene Arbeitstage je 100 Versicherte.

Bei 25- bis 39-Jährigen: Mehr Belastungen, weniger krank. Die 25- bis 39-Jährigen leben, so die Studie, in der „Rushhour“: Sie stehen am Anfang ihrer Karriere – und zusätzlich vor der Aufgabe der Familienplanung. Anschließend müssen sie der Doppelbelastung aus Kind und Karriere standhalten – oder auf eines von beidem verzichten.

Die zentrale Frage des Gesundheitsreports war deshalb heuer: Wie geht die so genannte Rush-Hour-Generation mit Karriere- und Familienplanung um? Und: Welche Gesundheitsrisiken ergeben sich für berufstätige Eltern?

Spagat zwischen Kind, Karriere und Gesundheit: Bei berufstätigen Eltern kommen laut Studie vor allem Schlaf, Sport und gesunde Ernährung zu kurz – ein Risiko für die Gesundheit von Herz, Kreislauf und Psyche!

Zudem gaben 63 Prozent der Befragten an, zu wenig Zeit für sich zu haben. 24 Prozent der Befragten haben zudem das Gefühl, ihrer Arbeit nicht gerecht zu werden.

Dass ihre Kinder die Karriere behindern, meinen 53 Prozent der berufstätigen Mütter, aber nur 22 Prozent der Väter. Hier könnten, so das Fazit der Studie, familienfreundliche Angebote der Arbeitgeber helfen.

Dass Kinder das Stresslevel in die Höhe treiben, konnte die Studie jedoch widerlegen: Egal ob kinderlos oder mit Familie: Das Stresslevel ist etwa gleich.

 

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