Was den EHC so stark macht Meisterliche Tugenden: Die Erfolgsfaktoren von Red Bull München

Erfolgsquartett des EHC: Yannic Seidenberg, Patrick Hager, Michael Wolf und Jason Jaffray (v.l.). Foto: dpa

Am Freitag kann der EHC Red Bull München mit einem Sieg gegen die Adler Mannheim den Finaleinzug perfekt machen. "Wir wollen die Serie im Heimspiel beenden." Die AZ zeigt die Erfolgsfaktoren des EHC.

München - Es ist eine wahrhaft meisterliche Bilanz: Noch nie hat der EHC Red Bull München in den vergangenen drei Saisons mehr als eine Partie pro Playoff-Serie verloren, 28 Siegen in der entscheidenden Saisonphase stehen sechs Niederlagen gegenüber. Der Durchmarsch zum Titel, er gelang zuletzt zweimal souverän.

Und auch heuer schickt sich der EHC an, auf diesen meisterlichen Erfolgsbahnen fortzuschreiten: Nach dem 6:3-Sieg am Mittwochabend bei den Adlern Mannheim und einer 3:1-Führung in dieser umkämpften Halbfinalserie fehlt den Red Bulls nur noch ein Sieg, um den erneuten Finaleinzug perfekt zu machen. Gelingen soll das schon heute (19:30 Uhr) im heimischen, ausverkauften Olympiaeisstadion. "Wir haben uns eine tolle Ausgangssituation geholt und wollen natürlich schon im Heimspiel am Freitag die Serie beenden", sagte Nationalstürmer Patrick Hager.

Insgesamt heißt es für den EHC: Noch fünf fürs Triple, fünf Siege für den dritten Titel in Folge. Das gelang zuletzt 2011 bis 2013 den Eisbären Berlin, Trainer damals - genau - Don Jackson, der jetzige Erfolgsmacher des EHC Red Bull München.

Die AZ zeigt die Erfolgsfaktoren des EHC auf dem Weg zum dritten Titel - die Meister-Tugenden:

Disziplin: Die Atmosphäre in Mannheim war aufgeheizt, das Spiel nach der Spieldauerstrafe gegen Adler Matthias Plachta länger unterbrochen, Gegenstände flogen auf das Eis. Doch der EHC behielt einen kühlen Kopf, kassierte im ganzen Spiel nur vier Strafminuten. Demgegenüber: 31 der Adler. In der gesamten Serie lautet die Strafzeitenbilanz 40:83 aus Sicht der Münchner. "Sieht so aus", antwortete Patrick Hager auf die Frage, ob die Disziplin gewonnen hätte. "Wir haben die Chancen genutzt, die uns die Adler aufgrund ihrer Disziplinlosigkeiten geboten haben."

Mit der unrühmlichen Ausnahme der Brutalo-Attacke von Steve Pinizzotto gegen Plachta in Spiel eins setzt der EHC die Vorgabe von Jackson um. "Je länger die Serie dauert, desto wichtiger wird die Disziplin", sagte der siebenmalige DEL-Meistertrainer.

Glaube: Vom Auftaktdrittel, das die physisch präsenteren Adler klar dominierten, und vom 0:2-Rückstand ließ sich der EHC nicht demoralisieren. "Mannheim hat uns am Anfang ein bisschen überrannt", meinte Stürmer Jerome Flaake, "wir haben Charakter gezeigt, sind im zweiten Drittel ganz anders aufgetreten und haben an uns geglaubt. Dafür wurden wir belohnt. Es war schon krass, was wir nach dem 0:2-Rückstand noch geleistet haben."

Überzahl: Ein entscheidender Faktor bei der Aufholjagd: Das Powerplay des EHC. Die fünfminütige Überzahl nach Plachtas Strafe nutzte man zum Ausgleich durch Hager und zum Führungstreffer durch Michael Wolf. "Das Powerplay war wirklich ein Faktor für uns. Wir haben wichtige Tore geschossen, viel Selbstvertrauen daraus gezogen und das Momentum mitgenommen", sagte Verteidiger Daryl Bolye. Insgesamt steht die Powerplay-Quote des EHC nun bei 24,49 % - die stärkste aller Halbfinalisten.

Ausgeglichenheit: Glänzte im Viertelfinale gegen Bremerhaven noch die Sturmreihe mit Mads Christensen, Dominik Kahun und Frank Mauer, so brilliert nun die Formation mit Kapitän Michael Wolf, Olympia-Held Patrick Hager und Jason Jaffray. An acht von 13 Toren im Viertelfinale war einer der drei Top-Angreifer beteiligt, Wolf läuft mit nun schon sieben Playofftoren richtig heiß. Und: Auch die vierte Reihe kann Tore erzielen, allein vier Scorerpunkte (zwei Tore, zwei Vorlagen) gelangen Maxi Kastner. "Die Münchner Mannschaft ist so ausgeglichen besetzt, dass jeder das Spiel entscheiden kann", sagte Sport1-Experte Basti Schwele zur AZ .

Ein weiterer Trumpf auf dem Weg zum Triple.

 

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