Warnung Rattenplage: Hier legt die Stadt Gift-Köder aus

An der Münchner Freiheit sind sie nicht zu übersehen: Die neongelben Zettel hängen jetzt an vielen Bäumen und an fast jeder Straßenlaterne. Foto: Annette Zoch

An der Münchner Freiheit haben sich Ratten breit gemacht. Die Lage ist so brisant, dass die Stadt jetzt mit Giftködern reagieren muss. Was das für die Münchner bedeutet.

 

Schwabing - Wer derzeit an der Münchner Freiheit unterwegs ist, dem sind sie vielleicht schon aufgefallen: Die neongelben Zettel an fast jedem Baum und fast jeder Straßenlaterne. Sie warnen vor Rattengift.

An der Freiheit sind die großen Nager so gehäuft aufgetreten, dass sie jetzt bekämpft werden müssen, bestätigt Katrin Zettler vom Referat für Gesundheit und Umwelt. Seit vergangener Woche sind die Köder ausgebracht, noch rund fünf Wochen werden sie liegen bleiben.

"In einer Großstadt wie München ist Rattenbekämpfung ein kontinuierliches Thema, das lässt sich gar nicht vermeiden", sagt Zettler. In großen Städten herrschen für Ratten zwei wichtige Grundbedingungen: Es gibt genug Nahrung – zum Beispiel durch weggeworfene oder in der Klospülung entsorgte Essensreste – und genug Unterschlupf in U- und S-Bahn-Schächten. Von der Stadt beauftragte Schädlingsbekämpfer kontrollierten ohnehin regelmäßig öffentliche Plätze in München auf Rattenbefall.

"Es gab aber hier leider den Hinweis, das Tiere gefüttert und die Ratten dadurch angezogen wurden", sagt Zettler. Womöglich wollten Vogelfreunde Tauben füttern. Sie erreichen damit aber das Gegenteil: "Durch Taubenfütterung vermehrt sich die Population sehr stark, die Tauben leben dann viel zu dicht gedrängt aufeinander. Damit schadet man den Tauben." Und lockt im schlechtesten Fall sogar Ratten an, wie in Schwabing.

In ganz München gilt deshalb Taubenfütterungsverbot. Wer sich widersetzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Die gelben Zettel an der Freiheit rufen die Bürger dazu auf, wegen der Rattenbekämpfung ein Auge auf Kinder und Haustiere zu haben. Generell seien die Köder aber so fest am Boden verankert und die Öffnungen so klein, dass eine Hundeschnauze dort kaum hineinpasst, so Zettler. Und: Das Gift enthält einen Bitterstoff, der sofort einen starken Würgereflex auslöst.

Nur Pech für die Ratten: Sie verfügen über keinen Würgereflex und fressen das Gift einfach weiter. 

 

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