War es ein Serientäter? Tödlicher Ölspur-Anschlag auf Motorradfahrer

Das Foto vom 17.04.2011 zeigt eine Ölspur an der Unfallstelle zwischen Marktrettenbach und Ottbeuren (Schwaben), an der zuvor ein Motorradfahrer tödlich verunglückt war. Foto: dpa

Ein Motorradfahrer rutscht auf einer absichtlich verursachten Ölspur aus und stirbt – der Unfall vom April 2011 hatte im ganzen Allgäu für Entsetzen gesorgt. Seitdem sucht die Polizei nach dem Verursacher und glaubt nun an einen Wiederholungstäter.

 

Markt Rettenbach – Knapp 22 Monate nach einem tödlichen Ölspur-Anschlag auf einen Motorradfahrer im Allgäu kommt Bewegung in die Ermittlungen. Die Polizei geht nun von einem Wiederholungstäter aus. Demnach gab es 2007 und 2010 zwei ähnliche Fälle in Baden-Württemberg. Damals kam niemand zu Schaden.

Anders war es im April 2011: Ein 37 Jahre alter Familienvater war zwischen Markt Rettenbach und Ottobeuren im Unterallgäu mit seinem Motorrad auf der vorsätzlich gelegten Öllache ausgerutscht, gestürzt, in ein Auto gekracht und gestorben. Bislang blieb die Suche nach dem Verursacher der Ölspur erfolglos, obwohl der Fall auch schon im Sommer 2011 in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ ausgestrahlt wurde.

Auf die Fälle im Landkreis Biberach an der Riß wurden die Beamten durch die Zeugenaussage eines Feuerwehrkommandanten aufmerksam, wie die Polizei am Montag mitteilte. Bei allen drei jetzt bekannten Fällen handelt es sich nach Einschätzung der Ermittler um Ölflecken, die durch mit Altöl gefüllte Glasflaschen vorsätzlich verursacht worden waren.

Es sei davon auszugehen, dass die Flaschen aus einem fahrenden Auto geworfen wurde, sagte ein Polizeisprecher. Auch die Tatorte – kurvige, unübersichtliche Straßenstellen – seien sich ähnlich. All das deute auf einen Zusammenhang der Fälle hin. Die Polizei will nun prüfen, ob es weitere ähnliche Vorkommnisse gegeben hat und dazu zunächst die Feuerwehren in der Region kontaktieren. Bei Ölflecken auf Landstraßen werden in der Regel die Feuerwehrleute gerufen, um das Öl zu beseitigen.

Um dem Täter auf die Spur zu kommen, hatten die Ermittler unter anderem einen großen DNA-Test durchgeführt. Die Prüfung der mehr als 800 abgegebenen Proben durch das Bayerische Landeskriminalamt verlief bislang negativ. In dem Fall wurde eine Belohnung von insgesamt 50 000 Euro ausgesetzt – der größte Teil dieses Geldes wurde von zwei Privatpersonen aus dem Allgäu und aus Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt.

 

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