Wanderer müssen mit Schnee rechnen Erste Berghütten geöffnet

Eine Gruppe Wanderer geht oberhalb der Bergstation der Karwendelbahn bei Mittenwald (Bayern) auf über 2300 Metern Höhe über ein Schneefeld (Archivbild). Foto: Matthias Schrader, dpa

Mit den milden Temperaturen kommt bei vielen Menschen die Lust zum Wandern auf. An Pfingsten haben auch schon einige Hütten geöffnet. Wer in die Berge will, sollte seine Tour allerdings gut planen, rät der Alpenverein. Denn in manchen Lagen liegt noch reichlich Schnee.

 

München/Oberstdorf - Wer über Pfingsten in die Wandersaison starten will, sollte in den bayerischen Alpen vor allem Südhänge wählen – und nicht zu hoch hinaus wollen. „In den höheren Lagen herrschen winterliche Verhältnisse. Am Allgäuer Hauptkamm liegt örtlich noch über einen Meter Schnee“, sagte Moritz Zobel, Alpinberater in Oberstdorf. Wie jedes Jahr um diese Zeit erkundigen sich bei ihm viele Bergfreunde über Wandermöglichkeiten. „In Stuttgart, Ulm oder noch weiter im Norden ist seit ein paar Wochen Frühling. Die Menschen dort können sich nur schwer vorstellen, dass in den Bergen noch Schnee liegt.“ Einige Hütten im Alpenraum haben nach Angaben des Deutschen Alpenvereins (DAV) aber geöffnet. Auch Jochen Brune von der Alpinen Auskunft des DAV in München erreichen derzeit viele Anfragen dazu, welche Touren in den Alpen jetzt schon machbar sind. „Nach dem gefühlt ewigen Winter wollen die Menschen raus“, sagte Brune. Er rät vor allem zu einer umsichtigen Tourenplanung und einer der Jahreszeit angepassten Ausrüstung. „In der Sonne ist es zum Teil schon recht warm. Wenn die Sonne weg ist, kann es aber empfindlich kalt werden.“ Handschuhe und Mütze sollten daher in keinem Wanderrucksack fehlen. Auch stabile und wasserfeste Schuhe seien unbedingt nötig. Da es zuletzt stark geregnet hat, müsse man stellenweise mit aufgeweichtem und rutschigem Untergrund rechnen. „Auch Wanderstöcke tun gute Dienste.“ Wichtig sei aber vor allem, den richtigen Weg zu wählen, sagte Brune. In sonnigen Lagen seien die Anstiege bis etwa 1800 Meter überwiegend schneefrei und gut begehbar. Schattenseitig und im Wald müsse ab etwa 1600 Meter mit Schnee gerechnet werden. An manchen Stellen seien auch noch darunter erhebliche Altschneereste möglich. „Die Altschneefelder sind das Kritische in dieser Jahreszeit“, warnt der Experte. So könne man sich erheblich verletzen, wenn man auf den harten und teilweise steilen Schneefeldern ins Rutschen gerät. „Im Zweifelsfall sollte man besser umkehren.“ Mit Hilfe von Webcams könne man sich im Vorfeld einen guten Eindruck darüber verschaffen, in welchen Regionen jetzt noch Schnee liegt. Auch die Lawinengefahr spiele im Frühjahr noch eine Rolle. In mittleren Lagen bis etwa 1800 Meter stehen laut Brune bereits einige bewirtschaftete Einkehrstationen für Wanderer bereit. „Die ersten Alpenvereinshütten haben am 1. Mai aufgemacht und jetzt zum Pfingstwochenende kommt wieder ein Schwung dazu.“ Die Hütten in höheren Lagen würden dagegen erst im Laufe des Junis ihren Betrieb aufnehmen. Auf seiner Internetseite hat der DAV eine Rubrik eingerichtet, in der die Öffnungszeiten der besonders beliebten Unterkünfte aufgelistet sind. Mit wenigen Ausnahmen haben auch die Bergbahnen in Bayern bereits ihren Sommerbetrieb aufgenommen. Die notwendigen Revisionsarbeiten sind weitgehend abgeschlossen, teilte der Verband Deutscher Seilbahnen in München mit.

 

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