Waffen in Wohnung Doktor Kalaschnikow: Intime Patientinnen-Fotos

Maschinengewehre, Revolver, Pistolen und jede Menge Munition: Diese und noch mehr Schusswaffen hat die Polizei bei einem Münchner Arzt gefunden. Die Bilder Foto: Polizei

Ein Ex-Frauenarzt aus München hortet heimlich jede Menge verbotene Waffen, aber auch intime Fotos seiner Patientinnen. Die Waffen könnten den Mann ins Gefängnis bringen.

 

MÜNCHEN - Ein Armeemuseum wäre stolz auf so eine Sammlung: Maschinenpistolen, MGs, Gewehre, Pistolen, Revolver. Über 700 Waffen samt Munition wurden bei einem Frauenarzt aus dem Münchner Westen sichergesellt. In der Praxis von Christian K. stieß die Polizei zudem auf intime Fotos von Patientinnen.

Ins Rollen brachte den skurrilen Fund eine Beschwerde bei der Regierung von Oberbayern. Es gab Klagen über die Hygiene in der Praxis des 66-Jährigen und seine Behandlungsmethoden.
Als Kontrolleure der Praxis einen Besuch abstatteten, stießen sie dabei am 20. September völlig unerwartet auf eine gewaltige Waffensammlung. Darunter auch echte Raritäten, beispielsweise eine verkürzte MP vom Typ Uzi, eine Spezialanfertigung für den israelischen Geheimdienst Mossad. Agenten trugen die MP unauffällig unter Kleidung.

Der Mediziner ist als Waffenliebhaber und passionierter Sammler bekannt. Für 259 Pistolen, Revolver und Gewehre hat er vom KVR eine Genehmigung. Gefunden wurden aber 400 Waffen – und das waren noch nicht alle.

Am 24. September kam der Arzt samt Anwalt zur Polizei und beichtete ein weiteres Waffenlager. In einem geheimen Keller hatte er seine besonderen Lieblinge versteckt. Drei Schränke, in denen normalerweise medizinisches Zubehör, Medikamente oder Bürobedarf lagern, hatte er mit 300 Waffen voll gestopft. Darunter eine Kalaschnikow, ein US-Sturmgewehr vom Typ M16 und andere vollautomatische Kriegswaffen.

„Ob sie alle funktionstüchtig sind, muss geprüft werden. Bei der Menge wird das Monate dauern“, sagt Staatsanwalt Thomas Steinkraus.

Die Sammelleidenschaft des 66-Jährigen trieb noch viel merkwürdigere Blüten. Der Frauenarzt hortete auch jede Menge intime Fotos seiner Patientinnen. Die Polizei beschlagnahmte elektronische Datenträger, aber auch Videos und Dias. Ob die Aufnahmen aus medizinischen Gründen und mit Genehmigung der Frauen gemacht wurden, ist noch nicht geklärt.

Doch allein der illegale Besitz von Waffen könnte den Mediziner für mehrere Jahre hinter Gitter bringen. Seine Zulassung als Arzt hat er bereits freiwillig dieser Tage abgegeben.

 

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