Wäldchen einzäunen? Metallschrott macht Teile des Denninger Angers gefährlich

Eine Einzäunung mitten in der Grünfläche? (Symbolbild). Foto: Imago Images / Gerhard Leber

Eine große Biotopfläche mit Bäumen Denninger Anger soll eingezäunt werden - weil dort dicht unter der Oberfläche Metallschrott und möglicherweise noch Kampfmittel liegen. Im BA gab es teils Bedenken.

 

Denning - Ene 6.700 Quadratmeter große Biotopfläche mit Bäumen im Mittelteil des Denninger Angers soll eingezäunt werden, weil dort dicht unter der Oberfläche Massen an Metallschrott und möglicherweise noch Kampfmittel liegen. Genaue Bodenuntersuchungen wären nur möglich, wenn die Bäume abgeholzt würden. Im Bogenhauser Bezirksausschuss (BA) wurde heftig darüber gestritten, ob man die Einzäunung mitten in der Grünfläche zulassen soll.

Areal an der Pühnstraße wird zur öffentlichen Grünanlage

Das Areal an der Pühnstraße, das zum Denninger Anger gehört, wird derzeit vom Baureferat zu einer öffentlichen Grünanlage entwickelt. Zuvor musste das Gelände vom Kommunalreferat von Kampfmitteln und Altlasten befreit werden, sodass es gefahrlos betreten werden kann. Schwierig gestaltete sich die Bodenuntersuchung im Bereich eines Wäldchens, das sich über einer ehemaligen Kiesgrube entwickelt hat. Die wurde nach dem Krieg mit Bauschutt verfüllt, der massenhaft Metallschrott enthält.

Während das Kommunalreferat für die restlichen 24 Hektar des künftigen Pühnparks in Sachen Kampfmittel eine Entwarnung gibt, kann für die Biotopfläche "eine Aussage zur Kampfmittelfreiheit nicht gegeben werden". Laut Gutachten könne das sichere Betreten der Fläche nicht bestätigt werden, was heißt – die Stadt wäre bei einem Unfall haftbar. "Für weitere Untersuchungen wären laut Auskunft des Gutachters umfangreiche Baumfällungen auf der Biotopfläche nötig", so das Baureferat.

Debatte im Bogenhauser Bezirksausschuss

Das alles erfuhr der BA bei seiner Umweltausschuss-Sitzung, doch kam die Info ganz unterschiedlich bei den Mitgliedern an. Klar war allen: Am Metallschrott kann man sich verletzen. Doch "Kampfmittel liegen dort nicht mehr, nach dem Krieg wurde Kies ausgebaggert", erklärten einige, andere schlossen eine geringe Kampfmittelgefahr nicht aus.

BA-Chefin Angelika Pilz-Straßer (Grüne) verwahrte sich energisch gegen Zäune in einer öffentlichen Grünfläche, auch Robert Brannekämper (CSU) hatte dafür kein Verständnis. Dennoch stimmte der BA mehrheitlich der Einzäunung und damit dem Erhalt des Wäldchens zu, wofür die CSU einen Rüffel Brannekämpers wegen mangelnder Fraktionsdisziplin kassierte.

Auf Ausweisung des bestehenden Trampelpfads durchs Biotop verzichtete der BA. Nun soll ein 1,50 Meter hoher Zaun angebracht werden, durch den Kleintiere schlüpfen können. Die Frage der AZ, ob im Fall des Pühnpark-Biotops an eine Lösung wie im Gleispark Baumkirchen gedacht worden sei, beantwortete das Baureferat nicht. Den Gleispark kann man auf Stegen – wie über eine Wasserfläche gespannt – erkunden.


 

 

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