Während Nachtwache getürmt Prozess in München: Der geflüchtete Taliban-Kämpfer

Im Strafjustizzentrum soll sich vor dem Oberlandesgericht bald ein mutmaßlicher Taliban-Kämpfer verantworten. Foto: Peter Kneffel/dpa

Ein 17-Jähriger kommt bald in München vor Gericht – er steht unter Terror-Verdacht.

 

München - Es dauerte einige Monate, bis Abdullah K. offenbar klar wurde, worauf er sich da eingelassen hatte. Um die Jahreswende 2013/2014 hatte sich der heute 17-Jährige der terroristischen Taliban angeschlossen. Er erhielt in Pakistan eine Waffenausbildung, lernte, mit einer Kalaschnikow zu schießen. Doch dann floh er während einer Nachtwache. Jetzt hat die Bundesanwaltschaft Anklage erhoben.

Abdullah K. hatte sich in Afghanistan, so glaubt die Bundesanwaltschaft, an mindestens einem Angriff auf einen Polizeiposten der afghanischen Polizei und einen Posten der Nationalarmee beteiligt. Außerdem griff er einen Konvoi ausländischer und einheimischer Truppen an. Er feuerte auch auf die Sicherheitskräfte, ob er dabei auch jemanden tötete, können die Behörden nicht sagen.

Streit mit Bruder trieb ihn zur Taliban

Noch ist ohnehin nicht viel bekannt über Abdullah K. Vor allem nicht, warum der 17-Jährige den Entschluss fasste, sich sechs Monate lang in Pakistan als Taliban -Kämpfer ausbilden zu lassen. Laut Bundesanwaltschaft fasste er diesen Entschluss nach einem Streit mit seinem Bruder.

Über den Inhalt des Streits wird man wohl erst mehr erfahren, wenn es zur Gerichtsverhandlung kommt. Diese wird vorausssichtlich vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts in München stattfinden.

Kämpfer wollten Jungen vergewaltigen

Bekannt ist jedoch, wieso Abdullah K. wieder nach Deutschland zurückkehrte. Er bekam mit, dass Mitglieder seiner Einheit beabsichtigten, einen Jungen zu vergewaltigen. K. fasste daraufhin den Entschluss, zu fliehen. Als er für einen nächtlichen Nachtdienst eingeteilt war, verließ er heimlich seinen Posten. Das war im Jahr 2015.

Am 17. November 2016 ließ in die Bundesanwaltschaft schließlich festnehmen.

Wann es zu einer Verhandlung kommt, ist noch nicht bekannt.

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