Vorwürfe an Deutschland Flüchtlingsstrom: Österreich baut Grenzzaun zu Slowenien

Hart an der Grenze: Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Verteidigungsminister Gerald Klug bei einem Lokalaugenschein in Spielfeld. Foto: dpa

Sie heißen "besondere bauliche Maßnahmen" und sind doch nichts anderes als ein Grenzzaun zwischen Österreich und Slowenien. Diesen will Wien jetzt errichten - und weist erneut Deutschland eine Verantwortung zu für die Flüchtlingskrise.

 

Wien, Spielfeld - Etwa 1.100 Flüchtlinge haben in der Nacht auf Mittwoch die Grenze von Slowenien nach Österreich überquert. Die Aufnahme in der Sammelstelle Spielfeld sei reibungslos verlaufen, teilte die Polizei mit. Bereits ab Mitternacht seien knapp 900 Menschen mit Bussen in Notquartiere in Graz und Klagenfurt gebracht worden, hieß es. Zwischenzeitlich hielten sich bis zu 4000 Flüchtlinge nahe dem Grenzort Spielfeld auf.

Am Vortag hatte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) erklärt, "besondere bauliche Maßnahmen" an der Grenze zu Slowenien in Auftrag gegeben zu haben. Die Planungen würden aber erst beginnen. Laut Mikl-Leitner gehe es nicht darum, einen Zaun von Ungarn bis Slowenien zu errichten. Wie österreichische Medien berichten, sollen die Sperren bei den Grenzübertritten in Spielfeld und Bad Radkersburg errichtet werde und jeweils eine Länge von bis zu 15 Kilometer haben. Damit solle das Gebiet links und rechts neben den Grenzübergängen von Soldaten und Polizisten kontrolliert werden.

Am Mittwoch schob Mikl-Leitner zudem Deutschland einen Teil der Verantwortung in der Flüchtlingskrise zu. "Signale erzeugen Wirkung. Und diese Wirkung spüren wir", sagte sie dem ORF und bezog sich dabei auf die Erklärung Deutschlands, Syrer nicht mehr zurückzuschicken.

Insgesamt sollen bis Oktober 348.000 Flüchtlinge durch Österreich gezogensein, lediglich 17.000 haben hier seit September einen Asylantrag gestellt.

 

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