Vorübergehend geschlossen Münchner Stadtsparkasse: Kunden stehen vor verschlossenen Filialen

Kunden stehen vor verschlossenen Türen: Stadtsparkasse München. (Symbolbild) Foto: Lucas Bäuml/dpa

Wegen der Corona-Krise haben derzeit viele Sparkassen-Filialen geschlossen. Manche Kundin treibt das in die Verzweiflung.

 

München - Heike H. sucht seit drei Monaten eine geöffnete Stadtsparkasse. Sie will sich Überweisungsvorlagen drucken lassen. Doch wo sie auch vorbei kommt – die Filialen haben ihr zufolge immer genau dann geschlossen. "Ich gucke schon voll automatisch nur noch nach Stadtsparkasse", sagt Heike H. und lacht. Und dabei ist die Lage für sie eigentlich gar nicht lustig: Die 57-Jährige hat keine Überweisungsvorlagen mehr. Die Krankenschwester wohnt in Giesing, nahe dem Ostfriedhof. An den Wochenenden arbeitet sie regelmäßig, mal hat sie Früh-, mal Spätschicht.

Nicht alle haben Online-Banking

Auf dem Weg zur Arbeit und an ihren freien Tagen hält sie Ausschau – "mindestens einmal die Woche, wenn nicht zweimal, und das seit mindestens zwei Monaten." Doch H. hatte bislang immer Pech: Genau dann, wenn sie Zeit hatte, hatten die Banken, vor denen sie stand, geschlossen. Seit der Corona-Pandemie gelten nämlich bei vielen Banken geänderte Öffnungszeiten.

Mit ihrem Pech scheint H. nicht alleine zu sein: "Ich habe schon oft erlebt, dass die Leute genauso blöd vor der Filiale standen wie ich." Sie fügt sarkastisch hinzu: "Die waren gut gelaunt." Zu Online-Banking wechseln will die 57-Jährige nicht, zum Schutze ihrer Daten, und auch, weil ihr die technische Umstellung schwerfällt. Durch die Corona-Krise sei vieles digitalisiert worden. "Ein Teil davon wird bestimmt nicht mehr zurückgenommen", befürchtet sie.

H. suchte vor allem Stadtsparkassen in ihrer Umgebung auf: am Mariahilfplatz, in der Chiemgaustraße und in der Werinherstraße. Bei den größeren Filialen, wie beispielsweise jener am Sendlinger Tor, stehe "man ja locker eine Dreiviertelstunde in der Schlange." Ihre wenige freie Zeit wolle sie eigentlich nicht der gezielten Suche nach Überweisungsvorlagen opfern, sagt H.. Bislang habe sie keine Vorlage gebraucht. Doch sollte sie dringend Geld überweisen müssen, wäre das "doof, ne?" H. scherzt deshalb frustriert: "Mir bleibt nichts anderes übrig, als weiter zu hoffen und zu beten, dass ich mal an einer Filiale vorbeikomme, die auf hat."

Stadtsparkassen bald wieder regulär geöffnet

Tatsächlich aber scheint H. regelmäßig zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein: Die Stadtsparkasse hat 58 Standorte in München, davon 17 größere Beratungscenter und 41 kleinere Filialen. Die zehn kleinsten Filialen haben wegen der Coronapandemie vorübergehend geschlossen, davor waren sie an zwei oder drei Tagen in der Woche geöffnet. Dazu zählt auch die Filiale am Mariahilfplatz, an der H. vorbeizuschauen pflegte. Alle anderen Standorte der Stadtsparkasse hatten jedoch vor der Coronapandemie täglich geöffnet, für sie gelten nun folgende Öffnungszeiten:

Montags, mittwochs und freitags sind sie vormittags für Laufkundschaft geöffnet. Nachmittags können sich Kunden nach Terminvereinbarung beraten lassen. Dienstags und donnerstags sind die Filialen nachmittags für Laufkundschaft geöffnet, und vormittags für Beratungsgespräche. Die Stadtsparkasse habe ihre Kundschaft über Inserate in allen Münchner Medien, über Aushänge in den Filialen, auf den Bildschirmen der Automaten, per Telefon und E-Mail über die neuen Öffnungszeiten informiert, sagt Sprecher Sebastian Sippel.

Wegen der Corona-Hygieneregeln seien viele Mitarbeiter ins Homeoffice oder in die zehn eigens dafür geschlossenen Filialen ausgewichen. Bald jedoch sollen alle Sparkassen wieder regulär öffnen. Viele Kundinnen und Kunden seien indes schon zum Online-Banking übergegangen. Sich online einen Account anzulegen, sei extra vereinfacht worden.

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