Vortrag im Filmmuseum Koreaner in Japan: Leben in der Diaspora

Drei Filme über Koreaner in Japan laufen am Wochenende im Filmmuseum. Foto: Martha Schlüter

Das Filmmuseum zeigt am Wochenende drei Filme von Koreanern in Japan, sogenannten "Zainichi", die dauerhaft als Ausländer dort leben.

 

Altstadt - Im Haus der Kunst hält der Koreaner Suh Kyungsik am Freitag um 18 Uhr den Vortrag "Leben in Diaspora - Aus der Perspektive eines Zainichi- Koreaners“. Anlässlich dessen zeigt das Filmmuseum von 13. bis 15. September drei Filme über das Leben von Koreanern in Japan.

"Zainichi“ ist das japanische Wort für Ausländer, die permanent in Japan leben. Den größten Anteil der Zainichi in der heutigen japanischen Gesellschaft stellen Menschen mit koreanischer Abstammung, die im Zuge der japanischen Kolonialherrschaft nach Japan kamen. Doch "Zainichi“ bezeichnet auch einen Fremden, der weder eine Geschichte noch einen Namen hat.

Die drei von der südkoreanischen Installationskünstlerin Haegue Yang ausgewählten Filme drehen sich alle um Begrifflichkeiten und Vorstellungen von Nation/Volk, Grenze/Heimat, Flüchtling/Bürger und hinterfragen gegenwärtige soziale Thematiken:

- Freitag, 13. September, 21 Uhr: "Koshikei“ (Tod durch Erhängen), Japan 1968, von Nagisa Oshima, 117 Minuten, Originalfassung mit englischen Untertiteln, ist ein Spielfilm über einen Koreaner, der in Japan wegen Vergewaltigung und Mordes hingerichtet werden soll. Er überlebt die Rathaus Umschau Seite 9 Hinrichtung, verliert aber die Erinnerung. Das Räderwerk der Justiz beginnt zu zerfallen. Einführung: Suh Kyungsik

- Samstag, 14. September, 21 Uhr: "Dear Pyongyang“, Japan 2005, 107 Minuten, Originalfassung mit englischen Untertiteln, ist ein Dokumentarfilm über die Wiederannäherung einer Tochter an ihren Vater: eine Beziehung, die durch die politische Entscheidungen des Vaters in der Vergangenheit abgebrochen war. Bei Familienbesuchen in Pjöngjang lernt sie die dortige Lebenswirklichkeit kennen. Einführung: You Jae Lee

- Sonntag, 15. September, 21 Uhr: "A Journey to Primo Levi - The Legacy of an Auschwitz Survivor”, Japan 2003, 90 Minuten, Originalfassung mit englischen Untertiteln, ist ein Dokumentarfilm über den italienischen Chemiker und Schriftsteller Primo Levi, der den Holocaust überlebt hatte, sich aber 42 Jahre nach seiner Befreiung das Leben nahm. Suh Kyungsik fährt nach Auschwitz und folgt den Spuren Levis.

Die Einführung hält Suh Kyungsik. Weitere Infos unter www.muenchner-stadtmuseum.de/film/. Telefonische Kartenreservierungen sind unter 2 33-9 64 50 möglich.

Wann? Freitag, 13. bis Sonntag, 15. September

Wo? Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1

Wieviel? Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro

 

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