Vortrag Bachs sechs Sonaten: Kuriosum der Musikgeschichte

Musikprofessor Gottfried Schneider setzt sich in seinem Vortrag mit einem Thema über Johann Sebastian Bach auseinander. Foto: ho

Die Wissenschaftsreihe des Kulturforum München-West widmet sich diesmal Bachs Zyklus der sechs Sonaten. Hörbeispielen gibt es auch. 

 

Pasing - Der dritte Vortrag im Rahmen der Wissenschaftsreihe des Kulturforum München-West führt am Donnerstag, 26. Juni 2014 um 20 Uhr in die Welt der Musik.

Er findet diesmal in der Pasinger Fabrik statt. Der Referent ist Gottfried Schneider, Professor für Violine und Kammerorchester an der Hochschule für Musik und Theater München, Preisträger bedeutender internationaler Wettbewerbe, den seine Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker mehrfach um den ganzen Erdball führten.

Der Musikprofessor setzt sich mit einem Thema über Johann Sebastian Bach auseinander und geht der spannenden Frage nach „Warum komponierte Bach den Zyklus der sechs Sonaten und Partiten für Violine solo?“

Der berühmte Komponist Bach hat der Musikwelt mit den im Originaltitel mit „Sei Solo à Violino senza Basso accompagnato“ bezeichneten Stücken aus dem Jahr 1720 ein Kuriosum hinterlassen: Musik für unbegleitete Violine, also ohne Begleitinstrument. Um das Werk ranken sich spekulative Überlegungen, die Komposition gibt immer noch Rätsel im Hinblick auf das Motiv ihrer Entstehung auf. Es gibt Meinungen, dass der Komponist die Stücke für sich selbst als Geiger verfasst haben könnte. Oder die, Bach habe ganz bewusst ein Spannungsfeld zwischen musikalisch-kompositorischer Substanz und instrumental bedingter extrem begrenzter Darstellungsmöglichkeiten erzeugen wollen.

Das Werk ist für die einen eine bahnbrechende technische Übung, während andere in ihm eine spirituelle Offenbarung erkennen. Enthält der Titel einen Rechtschreibfehler – es müsste korrekt „Sei Soli“ heißen - oder hat Bach, der gerade seine erste Frau verloren hatte, bewusst „sei solo“, also „du bist allein“ als Ausdruck seiner Trauer geschrieben? Geht es bei der Komposition um eine kontemplative Geistesübung, um das Alleinsein auszuhalten oder darum mit bogentechnischen Höchstanforderungen die geigerische Technik zu schärfen?

Bei seinem Vortrag mit musikalischen Beispielen wird Prof. Schneider auf diese Widersprüche eingehen. Auch will er das „Dämonische“, das den Stücken zugesprochen wird, zusammen mit dem Publikum ergründen und die Vision Bachs lebendig werden lassen.

Der Vortrag in der Säulenhalle der Pasinger Fabrik ist frei, Spenden an das Kulturforum München-West werden erbeten.

Anmeldung bitte an: kulturforum.muenchen-west@web.de.

 

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