Vorstoß des Bund Naturschutz Mehr Bäume sollen München vor Klimawandel schützen

Der Oskar-von-Miller-Ring: Derzeit bietet er vor allem Platz für Autos, künftig sollen dort mehr Bäume stehen - im Zuge der Sanierung des Tunnels "Altstadtring Nordwest". Wann und wie, steht aber noch in den Sternen. Foto: Daniel von Loeper

Immer mehr Bäume fallen dem Wohnungsbau zum Opfer, dabei spielen sie eine wichtige Rolle für die Stadt. Der Bund Naturschutz will dem nun entgegenwirken.

München - Wenn in München neue Wohnungen gebaut werden, wird meist erst mal Platz geschaffen: Einzelne Bäume und Grünflächen müssen regelmäßig großen Baugruben weichen - für die Anwohner oft ein Trauerspiel. Vermitteln Bäume doch oftmals Ruhe und Geborgenheit und haben eine positive Auswirkung auf das Wohlbefinden der Stadtbewohner.

Bäume regulieren die Temperatur

Aber nicht nur das - die Bäume haben auch einen Einfluss auf das lokale Klima: Im Sommer regulieren sie die Temperatur, indem sie Verdunstungskälte produzieren. Darüber hinaus filtern sie Staub und Schadstoffe aus der Luft, produzieren Sauerstoff, schützen den Boden und sorgen für sauberes Wasser. Eine Notwendigkeit für jede Stadt.

Deshalb fordert der Bund Naturschutz jetzt die Entwicklung eines Masterplans durch die Stadt. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ). Das Ziel: Bestehende Grünflächen mit Baumbestand nicht nur zu erhalten, sondern sogar zu erweitern. Die Begründung: Bäume seien ein elementarer Bestandteil der Daseinsvorsorge einer Stadt - ebenso wie die Wasser- und Stromversorgung - und auch notwendig im Hinblick auf den Klimawandel, zitiert die SZ aus dem Positionspapier.

Mehr Bäume eine Antwort auf Klimwandel?

Demnach bekommt München als am dichtesten bebaute deutsche Stadt den Klimawandel mit seinen Extrem-Sommern enorm zu spüren. Die heißeren Temperaturen in Kombination mit den vielen versiegelten Flächen in der Stadt lassen die Landeshauptstadt an manchen Tagen auch mal zur Sauna werden. Mehr Bäume könnten dann für mehr Abkühlung sorgen.

Der Bund Naturschutz hat jetzt einen Antrag an alle Münchner Bezirksausschüsse geschickt. Darin werden konkrete Maßnahmen genannt, wie Bäume erhalten werden könnten. Zu den Vorschlägen zählt beispielsweise die Erstellung eines Baumkatasters für München oder auch eine neue städtische Regelung, bei Neubauten zusätzlich zu den Kfz-Stellplatzvorgaben auch eine Vorgabe für die Pflanzung von Bäumen einzuführen.

Des Weiteren solle die Summe für Ausgleichzahlungen erhöht werden, so die Forderung. Waren bisher 750 Euro bei Fällung eines gesunden Baumes zu zahlen, könnte es künftig drastisch teurer werden - wenn kein Ersatzbaum gepflanzt wird. Der Bund Naturschutz hofft durch seinen Vorstoß auf möglichst viel Rückendeckung durch die Bezirksausschüsse - um so mehr Einfluss auf Stadtrat und Bürgerschaft zu gewinnen.

 

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