Vorfälle in Pflegeeinrichtungen München: Altenpfleger bestiehlt Senioren

Der Altenpfleger bestahl auch eine Seniorin, die auf einen Rollator angewiesen war. (Symbolbild) Foto: Christoph Schmidt/dpa

Ein 25 Jahre alter Mann soll in Pflegeeinrichtungen teuren Schmuck von Seniorinnen gestohlen haben.

 

München - Wenn sich im Berufsalltag Überschneidungen ergeben, kann das vorteilhaft sein. Das Mittagessen mit einem Kundentermin verbinden, wäre zum Beispiel so eine sinnvolle Überschneidung. Die Schnittmenge seiner beiden Beschäftigungen, die ein Altenpfleger allerdings vergangenes Jahr fand, haben ihn nun ins Gefängnis gebracht.

Der 25-Jährige wurde wegen zwei Diebstählen vor dem Amtsgericht München zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten, einer Geldstrafe von 11.570 Euro sowie 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Schmuck im Wert von über 11.000 Euro gestohlen

Im Oktober 2018 hatte der Mann als Altenpfleger über eine Zeitarbeitsfirma in einem Heim im Raum Fürstenfeldbruck gearbeitet. Dort fehlten auf einmal mehrere Schmuckstücke aus dem Schrank einer Bewohnerin. Eine 97-jährige Frau, die zum Gehen auf einen Rollator angewiesen war, vermisste etwa drei Goldringe, einen goldenen Delphinanhänger sowie eine Kette mit Medaillon. Sie hatte ihren Schmuck im Wert von 1.500 Euro eigentlich in einem abgeschlossenen Schrank aufbewahrt. Der Schlüssel zu dem Tresor befand sich meist im Korb ihres Rollators.

Einen Monat später berichtete eine 91-jährige Frau von einem ähnlichen Diebstahl, auch sie lebt in einem Altenheim im Raum Fürstenfeldbruck. Bei ihr fehlten plötzlich viele wertvolle Schmuckstücke aus ihrem Schrank, der offenbar aufgebrochen worden war. Ein Anhänger mit Froschkönigmotiv gehörte zu den auffälligeren Teilen. Zudem vermisste sie mehrere Diamant- sowie Rubinringe, Bargeld, Goldketten und mindestens drei Goldarmbänder. Alles zusammen schätzte sie auf einen Wert von mehr als 10.000 Euro.

Dieb hatte Gewerbe als Schmuckhändler angemeldet

Der nun angeklagte Mann hatte während der Zeit der Diebstähle in beiden Pflegeheimen als Altenpfleger gearbeitet. Nicht nur der Polizei kam es seltsam vor, dass er zudem ein Gewerbe als Schmuckverkäufer angemeldet hatte. Bei der ersten Befragung räumte der 25-Jährige nur eine der Taten ein. Ein geklautes Armband will er für 728 Euro verkauft haben. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes fand die Polizei allerdings zahlreiche Schmuckstücke. Darunter waren auch der Froschkönig- sowie der Delfinanhänger, die beide Seniorinnen jeweils als die ihren identifizierten.

Während der Verhandlung gab der Altenpfleger an, dass der gesamte Schmuck eigentlich seiner Ehefrau gehören würde. Diese sagte zwar vor Gericht zu seinen Gunsten aus, machte allerdings widersprüchliche Angaben zur Herkunft der Ketten, Anhänger und Ringe. Aus diesem Grund verurteilte die Richterin den Mann wegen Diebstahls. In der Urteilsbegründung formulierte sie ihre Entscheidung: "Die Ehefrau des Angeklagten behauptete zwar im Rahmen ihrer Einvernahme, dass sämtlicher Schmuck ihr gehöre, dabei verlor sich die Zeugin jedoch hinsichtlich Art und Umfang des Schmucks, sowie dessen Herkunft in Allgemeinplätzen und Ausflüchten."

 

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