Vor St. Pauli gegen 1860 Darum gibt es kein Wiedersehen mit Neudecker

, aktualisiert am 22.09.2016 - 12:24 Uhr
Servus Sechzig: Youngster Richard Neudecker (M.) und Publikumsliebling Gui Vallori (2.v.l.) bei ihrer Verabschiedung am Ende der vergangenen Saison. Kurios: Mittlerweile sind auch Sportchef Oliver Kreuzer (l.) und die beiden Geschäftsführer Noor Basha (2. v.r.) und Markus Rejek (r.) Geschichte bei den Löwen. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Junglöwe Richard Neudecker verließ den TSV 1860 am Ende der vergangenen Spielzeit in Richtung Hamburg. Auf dem Platz wird der 19-Jährige dabei nicht stehen. "Schade, dass ich den Jungs nicht zwei Buden einschenken kann"

 

München - Nicht jeder konnte nachvollziehen, warum Youngster Richard Neudecker den TSV 1860 im Sommer verließ. Der gebürtige Altöttinger hatte eben erst den Sprung ins Profiteam geschafft, zog sich im vergangenen Winter eine Schambeinentzündung zu und ging nach der abgelaufenen Saison zum FC St. Pauli. Und das zum Leidwesen der Löwen auch noch ablösefrei. Jetzt müssen die Sechzger am Donnerstagabend (20.15 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) bei den Kiez-Kickern antreten - Neudecker kann dabei nur zuschauen.

Der 19-Jährige konnte wegen seiner hartnäckigen Verletzung noch keine einzige Pflchtspielminute für die Hamburger absolvieren. "Bei dieser Verletzung kann man nicht sagen, wie lange es noch dauert. Seitdem ich in Hamburg bin, ist es aber schon wieder ein Stück besser geworden", erklärte Neudecker Ende Juni auf der Homepage der Paulianer und wähnte sich nach sechs Monaten Zwangspause auf einem guten Weg.

Doch damit war es nichts. Mittlerweile fällt Neudecker, mittlerweile zum Leidwesen der Paulianer, schon seit insgesamt 257 Tagen aus: Er hatte bisher noch keine Chance, sein Können bei seinem neuen Verein unter Beweis zu stellen. Er wird sie auch nicht gegen die Löwen bekommen: "Am liebsten würde ich mir selber die Buffer anziehen und auf den Rasen laufen. Leider geht es noch nicht. Trotzdem freue ich mich darauf, die Jungs zu sehen. Es ist schon ein besonderes Feeling", sagt Neudecker im aktuellen Stadionheft der Kiez-Kicker.

Der holprige Saisonstart und die eigene Zuschauerrolle seien selbstverständlich nicht spurlos am kleinen Dribbler vorüber gegangen: "Da hat das Herz schon geblutet. Das wird mit der Zeit auch immer schlimmer. Man ist ja süchtig nach dem Spiel. Das hat man nicht irgendwann überwunden, sondern Du sehnst Dich nach der Rückkehr."

Seinen Wechsel in den hohen Norden bereue er nicht: "Viel eher finde ich es schade, dass ich den Jungs nicht zwei Buden einschenken kann", so Neudecker lachend, "ich fühle mich hier so wohl, da kommt keine Wehmut auf. Ich bin glücklich nun hier zu sein."

Vielmehr kritisiert er das unruhige Umfeld an der Grünwalder Straße, nicht ohne zuzugeben, daran gewachsen zu sein: "Wenn du 1860 überstanden hast, dann kommen nicht mehr viele Überraschungen. Es ist für einen jungen Spieler sehr lehrreich, dort groß zu werden. Trotzdem würde ich mir für viele Spieler doch ein ruhigeres Umfeld wünschen. Zum Beispiel hier bei St. Pauli ist es wahrscheinlich einfacher, weil es weniger Nebengeräusche als in München gibt."

Übrigens: Das erste Trikot, das Neudecker getragen habe, sei ein Bayern-Trikot gewesen: "Mein Vater war schon immer ein Roter. Was mein Papa macht, mache ich auch, war da die Devise." Dennoch ist der junge Bayern-Fan zu Sechzig gewechselt, "weil wir die Chancen, den Sprung in die erste Mannschaft zu schaffen, bei 1860 größer eingeschätzt haben." Den Schritt habe er "auf keinen Fall bereut" - wie seinen Wechsel ans Millerntor.

Bleibt abschließend zu klären: Wie geht's aus gegen die Löwen? Der Ex-Löwe erwarte ein Duell, das "turbulent und schnell" werde, "Sechzig spielt sehr offensiv. Aber wenn wir in der Defensive dagegen halten, und wie in Bielefeld unsere Konter setzen, haben wir sehr gute Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden."

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