Vor Gericht Hells-Angels-Prozess in München: Zeuge wechselt die Seiten

Hells-Angels-Prozess: Ein ehemaliger Bekannter des Opfers fühlt sich bedroht. (Symbolbild) Foto: Volker Hartmann/dpa

Ein Zeuge im Hells-Angels-Prozess räumt eine Falschaussage ein. Dem ehemaligen Bekannten des Opfers wurde immer wieder gedroht.

 

München - Für die einen ist er ein Lügner, für die anderen ein wichtiger Kronzeuge. Im Mordprozess um die Messerattacke im Crowns Club am 2. Mai 2015 hat am Dienstag ein ehemaliger Freund des mutmaßlichen Opfers ausgesagt. Doch der Mann hat offenbar die Seiten gewechselt, sich zumindest von den damals schwer verletzten Brüdern abgewandt. Der Grund: Ein Bruder habe ihm im Zusammenhang mit seiner Aussage vor Gericht immer wieder gedroht und ihn auch geschlagen.

Falschaussage und zugespielte Ermittlungsakten

Was im Crowns Club im Detail wirklich geschehen ist, bleibt unklar. Laut Anklage soll der Angeklagte (39) nach der Auseinandersetzung zweier rivalisierender Rockergruppen in der Disco zum Messer gegriffen und es zwei Brüdern in den Bauch gerammt haben. Beide konnten nur durch Notoperationen gerettet werden. Der mutmaßliche Täter setzte sich ab, konnte erst drei Jahre später verhaftet werden.

Was er bei seinen ersten beiden Vernehmungen der Polizei gesagt habe, sei gelogen gewesen, erklärt der Zeuge. Er habe seinerzeit das gesagt, was ihm seine Bekannten aus der Rockerszene aufgetragen haben zu sagen – ohne es tatsächlich gesehen zu haben. "Ich habe danach schlecht geschlafen, weil ich ein schlechtes Gewissen hatte", erklärt der Mann im Zeugenstand. Er berichtet auch davon, dass eine Justizangestellte dem Opfer Ermittlungsakten zugespielt habe. Die habe er selbst gesehen. Das Verfahren gegen die Frau läuft noch.

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