Vor FC Bayern gegen Barca Lewandowski: „Ein harter Hund!“

„Es hat sauber gekracht“: Dortmunds Langerak streckt Bayern-Stürmer Lewandowski nieder. Foto: R’steiner/Augenklick/Facebook

Robert Lewandowski wird nach seinen Gesichtsbrüchen gegen Barcelona mit Maske spielen. Die AZ sprach Walter Wagner, Ringarzt beim Boxen.

 

AZ: Herr Professor Wagner, Robert Lewandowski will nach seinem Kiefer- und Nasenbeinbruch und der Gehirnerschütterung, die er bei seinem Zusammenprall mit Dortmund-Keeper Langerak im Pokal erlitten hat, mit einer Schutzmaske gegen den FC Barcelona spielen. Was sagen Sie als Unfallchirurg und Ringarzt beim Boxen dazu?

PROF. DR. WALTER WAGNER: Aus medizinischer Sicht steht für mich hinsichtlich des Nasen- und Kieferbruchs einem Einsatz nichts im Wege. Entscheidender ist die Gehirnerschütterung. Wenn aber die Neurologen ihr Okay gegeben haben, dann kann Lewandowski aus medizinischer Sicht spielen. Es gibt ja ganz unterschiedliche Gehirnerschütterungen. Wenn Lewandowski nicht unter einer längeren Amnesie gelitten hat, oder sich erbrochen hat, sehe ich da wenig Probleme, aber das kann nur der Neurologe entscheiden. Wichtiger ist, wie er mit der Situation mental umgeht, ob da irgendeine Sperre im Kopf ist. Das kann aber nur Lewandowski sagen – aber wahrscheinlich weiß er es selber nicht genau. Boxer sind es ja gewohnt, was abzubekommen, Fußballer in der Art eher nicht.

Wie sehr schützt die Maske?

Ich sehe kein erhöhtes Risiko zu sonst. Klar, es kann immer was passieren, wenn zwei Spieler, die zusammen 180 Kilo wiegen, mit Wucht aufeinanderprallen, dann kann immer was brechen. Im schlimmsten Fall muss man halt nochmal operieren. Ich war ja selbst im Stadion. So wild hat es im ersten Moment gar nicht ausgesehen. Aber es hat schon sauber gekracht. Der Kiefer wurde sicher operativ mit einer Titanplatte fixiert. Die Operation wird bei Lewandowski etwa eine Stunde gedauert haben. Aber man muss sich nichts vormachen, Lewandowski muss ein harter Hund sein.

So wie Arthur Abraham, den Sie trotz eines doppelten Kieferbruches 2006 im WM-Kampf gegen Edison Miranda weiterboxen ließen.

Das sah wild aus, keine Frage. Gerade, weil es auch noch stark geblutet hat, aber an einem Kieferbruch ist noch keiner gestorben. Aber klar kann man so etwas auch nicht mit jedem Boxer machen, da musst du ganz besonders gestrickt sein. Arthur war das damals. Mit Henry Maske wäre das nicht gegangen. Nicht, weil er ein Weichei ist, sondern weil es eben dafür eine ganz spezielle mentale Konstitution braucht. Das verheilt alles sehr schnell wieder. Ob es Narben in der Psyche gibt, muss jeder selber für sich entscheiden. Fußball ist ja auch ein harter Sport. Wenn man einen Kopfball macht und der Ball da mit 100 Stundenkilometern daherkommt, das ist mit einem harten Schlag im Boxen schon vergleichbar.

Wird die Maske Lewandowski beeinträchtigen?

Nein, die werden so angepasst, dass das Sichtfeld nicht behindert wird. Und auch die Atmung leidet nicht darunter. Es ist jetzt eine Woche her, da sollte auch die Schwellung vom Nasenbeinbruch abgeklungen sein.

 

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