Vor der Pegida-Demo Diese 17-Jährige kämpft per Brief gegen Rassisten

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Schülerin Victoria vor ihrem Radl, hinter dem sie den Brief an die Vandalen aufgehängt hat. Foto: privat

Weil sie offen zeigt, dass sie gegen Rechte ist, wird ihr Radl beschädigt. Doch Victoria wehrt sich auf eine kreative Art.

 

München - Victoria (17) hat eine Meinung und weil sie mit der nicht hinterm Berg hält, hat sie Ärger mit Rassisten. Schon fünf Mal wurde aus ihrem Radlreifen die Luft rausgelassen und ihr "München ist bunt"-Sticker mit einem der neurechten Identitären Bewegung überklebt. Seit einem Jahr lebt in der Nachbarschaft eine rechte Burschenschaft. Da liegt es nahe, dass die etwas mit dem Vandalismus zu tun haben. "Aber ich will niemanden zu Unrecht verdächtigen."

"Ich zeige durch die Kleber auf meinem Radl öffentlich meine politische Meinung, da muss ich schon mit Gegenwind klarkommen - habe ich mir zumindest beim ersten Mal gedacht. Aber es nervt einfach", sagt Vicoria. Jetzt hat sie den Rassisten einen Brief geschrieben: "Bitte sucht euch eine Freizeitbeschäftigung, einen Job oder irgendetwas, bei dem ihr eure Zeit besser nutzen könnt, als Fahrräder zu verunstalten." Victoria ist ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv und demonstriert gegen Rechte. Weiter schreibt sie: "Viel besser wäre es doch, sich endlich mal weiterzubilden, denn an der Farbe im Gesicht stört sich nur ein Blödewicht."

Am Samstag wird Victoria Pegida-Gründer Lutz Bachmann mit ihrem selbst gebastelten Schild deutlich zeigen, wofür sie einsteht. Am Samstag marschiert die Pegida in München (Vorbericht: Die Demo und die Gegen-Demo)

In ihrem Brief erklärt Victoria auch, warum sie sich für andere Menschen einsetzt: "Wenn du eines Tages mal in Lebensnot geraten solltest, dann wirst du dir wünschen, dass du auf Menschen triffst, die hilfsbereiter sind als du und sich für dich einsetzen."

Victoria: "Ich werde immer weiter meine Meinung sagen"

Zuerst hatte Victoria Angst, dass die Rechten sich jetzt erst recht provoziert fühlen. Aber: Bisher haben sie das antirassistische Radl in Ruhe gelassen.

Und selbst wenn: "Egal, wie oft ihr meine Reifen plattmachen wollt oder meine Sticker überklebt. Ich werde immer weiter meine Meinung zeigen. Durch euren Aufwand werde ich noch mehr motiviert, euch die Stirn zu bieten."

Brief Schülerin VictoriaDiesen Brief hat Schülerin Victoria veröffentlicht. Foto: AZ

 

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