Vor dem Spiel gegen Aalen 1860 zum Punkten verdammt

Fröhlings Bilanz in der Allianz Arena als 1860-Trainer: Ein Sieg, eine Niederlage. Foto: Rauchensteiner | Augenklick

„Wir sind zum Punkten verdammt“, sagt 1860-Trainer Fröhling vor dem Aalen-Spiel. Das Ziel: „Endlich den Heimfluch verjagen“.

 

München - Torsten Fröhling steht vor der wichtigsten Partie seiner noch jungen Amtszeit. Ein Schicksalsspiel. Der Trainer des TSV 1860 weiß, welch Druck auf seinen eigenen Schultern und denen seiner Spieler lastet. Gegen den VfR Aalen geht es am Freitag (18.30 Uhr, live bei Sky und im AZ-Liveticker) um nicht weniger als um eine mögliche Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt.

Für diese Vorentscheidung versuchen die Löwen alles: Der Wirbel um die Aussagen von Präsident Gerhard Mayrhofer zu Investor Hasan Ismaik (siehe unten)? Egal. Die Verletzten-Misere mit sechs Ausfällen? Nur eine lästige Begleiterscheinung. Einzig das Spiel soll im Fokus stehen. Die Hoffnung auf den zweiten Sieg in Folge. Die Sehnsucht nach einer Entspannung der sportlichen Situation. Die AZ erklärt, warum das Aalen-Spiel so wichtig ist.

Stefan Ruthenbeck, Trainer des VfR Aalen, weiß um die Brisanz des bevorstehenden „Sechs-Punkte-Spiels. Der Druck liegt eher bei uns. Wenn wir verlieren, sind es schon fünf Punkte auf die Löwen, und die aufzuholen, ist schwierig.“ Deswegen wundert es nicht, dass Fröhling seinem Kollegen zustimmt. „Wir sind zum Punkten verdammt.“

Wie es der Zufall will, treffen an diesem Spieltag die sechs letzten Teams der 2. Liga direkt aufeinander. Für die Löwen heißt das: Ein Dreier gegen Aalen und 1860 distanziert in jedem Fall drei direkte Konkurrenten im Klassenerhalt. Eine Pleite, und der TSV würde auf den Relegationsplatz zurückfallen. „Spieler in der 2. Liga gehören zur Elite“, richtet Fröhling einen Appell an seine Mannschaft. „Man muss sich da selbst rausziehen. Stärke zeigen.“

Wer rückt in die Innenverteidigung? Stärke zeigen, das gilt einmal mehr vor allem für die Defensive. „Wenn man hinten sicher steht, gibt das der ganzen Mannschaft Selbstvertrauen“, sagt Christopher Schindler. Nach dem Zu-Null-Spiel in Fürth wird der Kapitän aber einen neuen Nebenmann bekommen.

Kai Bülow fällt mit einer Grippe aus. „Wir haben mehrere Spieler, die Innenverteidiger spielen können“,sagt Fröhling – und meint Guillermo Vallori und Martin Angha. „Ich selbst habe meinen Spielerpass nicht beantragt“, sagt der Coach lachend. Den Schweizer Angha hat Fröhling zuletzt oft gelobt. „Ich habe Vertrauen zu meinen Jungs, solange die Leidenschaft stimmt. Ob es Martin wird, sage ich jetzt aber noch nicht.“ Für Angha sprechen Schnelligkeit und Technik, für Vallori Kopfballstärke und Erfahrung. Tendenz beim Abschlusstraining: Vallori bekommt den Vorzug.

Das Spiel des TSV 1860 München gegen Aalen im AZ-Liveticker

Fröhling dürfte bei Vallori auf eine Trotzreaktion setzen. Dieser hatte im letzten Heimspiel gegen Sandhausen gepatzt und daraufhin seinen Platz in der Startelf verloren. Nun soll er vor heimischem Publikum wieder sein altes Gesicht zeigen. „Um den Heimfluch zu verjagen“, wie Fröhling hofft, den das Thema Heimschwäche zusehends nervt.

„Ich habe jetzt zwei Spiele als Trainer in der Allianz Arena gespielt, eins gewonnen und eins verloren. Schauen wir also gegen Aalen und gegen Aue in zwei Wochen, dass wir die Bilanz verbessern.“

Als Anreiz gab es für die Löwen schon am Abend vorher ein kleines Schmankerl: Fernsehkoch Martin Baudrexel kochte für die Spieler im Mannschaftshotel. Man möchte dem TSV wünschen, dass er die Suppe nicht versalzen hat.

 

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