Vor dem Heimspiel Runjaic: „Ich glaube fest an den Turnaround“

Im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue am Freitag will Löwen-Trainer Kosta Runjaic den Pokal-Schwung mitnehmen. Und er erklärt den Fall Liendl.

 

Pokal-Party in Würzburg, DFB-Pokal-Achtelfinale. In der Liga dagegen: Platz 16, ein einziger Zähler aus sechs Spielen. Der Job von Trainer Kosta Runjaic ist auch vor dem Freitags-Heimspiel gegen Erzgebirge Aue (18.30/Sky) nach wie vor gefährdet. Es gilt also für Sechzig: transportieren! Die Löwen stehen in der Pflicht, das Erfolgserlebnis auch auf die Liga zu übertragen.

„Ich glaube fest an den Turnaround“, sagte Runjaic gestern und zog seinen Erfahrungsschatz heran: „Ich hatte in Darmstadt mal eine Situation, wo alles scheiße war: viele Verletzte, dazu ein Insolvenzverfahren. Jetzt spielen sie Bundesliga. In Kaiserslautern haben wir nach einem Umbruch mit vielen jungen Leuten um den Aufstieg gespielt. Ich habe bei allen meinen Vereinen an mich geglaubt. Genauso glaube ich jetzt an Sechzig München.“

Gegenwärtig sei die Situation ebenfalls „manchmal undankbar, wir müssen uns vor jedem Spiel neu aufstellen. Mein Job ist es, das zu tun.“ Ersetzen muss der Coach Victor Andrade (Kreuzbandriss) und Maximilian Wittek (Gelbsperre), für Neuzugang Sebastian Boenisch kommt das Spiel noch zu früh. Rodnei und Ivica Olic sind wohl wieder fit.

Liendl muss zeigen, "dass er unbedingt will"

Bleibt der Fall Michael Liendl zu klären. Der Spielmacher stand zuletzt in Stuttgart und Würzburg nicht im Kader und hatte sich verwundert über seine Nichtnominierung gezeigt, zumal Runjaic nicht mit ihm gesprochen habe.

Dessen Erklärung auf AZ-Nachfrage: „Im Abschlusstraining vor dem Würzburg-Spiel stand er in der A-Elf. Meiner Wahrnehmung nach hat er sich nicht so verhalten, wie ich es erwarte: dass er unbedingt will. Die Wahrnehmung des Spielers ist in diesem Moment nicht wichtig.“

Bei Liendl habe er, wie beim Rest seines Teams auch, mentale Schwächen festgestellt: „Gegen Düsseldorf (1:3, d. Red) hat er nach wenigen Sekunden einen schlimmen Fehlpass gespielt. Er ist aber einer unserer besten Techniker. In unserer Situation, in dieser Szene, war er womöglich auch nicht zu 100 Prozent von sich überzeugt“, so Runjaic. Nun erwarte er von allen nach dem Vorbild des Pokalspiels, wo man „ein, zwei Prozent mehr Glaube und Energie“ hatte, mit dem Glauben an die eigene Stärke aufzutreten, denn: „In diesem Umfeld hier, bei dieser sportlichen Situation, ist für Erfolg oder Misserfolg entscheidend, wie gefestigt wir im Inneren sind.“

Aue beschreibt Runjaic als „eingespielte Mannschaft mit der Euphorie des Wiederaufstiegs“, die „nicht nur destruktiv“, sondern mutigen Fußball spiele“. Sollten es die Löwen schaffen, die Erzgebirgler an Entschlossenheit zu übertreffen, stehen die Chancen einer Trendwende nicht schlecht.

 

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