Von Schalke-Fans beschimpft FC Bayern: "Hurensohn"-Sprechchöre gegen Manuel Neuer

, aktualisiert am 05.03.2020 - 07:06 Uhr
Früher FC Schalke, heute FC Bayern: Torhüter Manuel Neuer. Foto: firo/Augenklick

Auch im Pokal-Viertelfinale in Schalke gab es Protestaktionen der Fans. Die Antwort: "Augenmaß und Deeskalierung".

 

Gelsenkirchen/München - Der Spielabbruch ist ausgeblieben, Protest-Plakate haben das Pokalviertelfinale des FC Bayern auf Schalke (1:0) aber dennoch begleitet.

In der Schalker Nordkurve war zu lesen: "Dementer Fußball-Bund – Zusage gegen Kollektivstrafe vergessen – Versucht ihr nun uns Fans mit Spielabbrüchen zu erpressen?"

"Hurensohn"-Sprechchöre gegen Ex-S04-Kapitän Manuel Neuer

Es folgten weitere Botschaften, auch gegen die eigenen Reihen ("Die Werte unseres Klubs habt ihr mit Tönnies verraten"), die sich nach Auffassung der Verantwortlichen aber im tolerierbaren Rahmen bewegten.

Das galt auch für die "Hurensohn"-Sprechchöre gegen Ex-S04-Kapitän Manuel Neuer, der seit 2011 für den FC Bayern spielt. Die Klubbosse, DFB-Vertreter und Schiedsrichter Tobias Stieler hatten sich bei einem Treffen im Vorfeld auf ein solches Vorgehen verständigt. "So dass wir gesagt haben, wir schauen erstmal wie lang, wie viele – und wir machen das mit Augenmaß. Das war der Kern: Deeskalierung und Augenmaß", sagte Schalkes Mediendirektor Thomas Spiegel.

Die Liga hat sich im Grundsatz gegen Kollektivsanktionen ausgesprochen. "Kollektivstrafen haben im deutschen Fußball noch nie ein Problem gelöst", heißt es in einer Erklärung der DFL. Als "Ultima Ratio in absoluten Ausnahmefällen" könnten diese aber in sportgerichtlichen Verhandlungen zwischen DFB und Klubs nicht komplett ausgeschlossen werden. Der DFB will einen runden Tisch zur Besprechung der Problematik einberufen.

Lesen Sie hier den AZ-Kommentar zum Thema

 

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