Von Quentin Tarantino bis Jennifer Aniston "Drehbücher kann ich lesen": Neun Promis mit Legasthenie

Schluss mit Rechtschreibübungen - und trotzdem erfolgreich: Quentin Tarantino Foto: Dan Steinberg/Invision/AP

Jennifer Aniston hat es gerade erst zugegeben - aber sie steht bei weitem nicht alleine da: Zahllose Promis haben Probleme mit dem Lesen und Schreiben. Vor allem Film-Genies scheinen betroffen, aber auch Könige und Wirtschaftsbosse tun sich bisweilen schwer.

 

Es klang wie eine Art Geständnis, was Jennifer Aniston da dem "Hollywood Reporter" anvertraute: Die schöne Schauspielerin litt jahrelang unter einer nicht diagnostizierten Legasthenie: "Ich dachte, ich wäre nicht schlau. Ich konnte mir einfach nichts merken." Dabei beweisen zahlreiche Stars und Sternchen, Musiker, Regisseure, Könige und Wirtschaftsbosse dass eine Leseschwäche kein ernsthaftes Hindernis auf dem Weg zum großen Erfolg ist. Hier kommen neun bemerkenswerte Menschen, die es auch mit wackliger Rechtschreibung nach ganz oben geschafft haben.

Filmstars - Quentin Tarantino und Keira Knightley

Dieser Mann ist unzweifelhaft eines der größten filmischen Genies unserer Zeit. Aber ebenfalls unbestritten ist, dass Quentin Tarantino (51) kein begnadeter (Recht-)Schreiber ist. Mit 15 brach der "Pulp Fiction"-Regisseur entnervt die Schule ab, um Schauspieler zu werden - trotz eines angeblichen IQs von 160.

Auch der schöne Schauspielstar Keira Knightley (29, "Last Night") liest nicht gerne. Im Alter von sechs Jahren wurde bei ihr Legasthenie diagnostiziert. Kurios: Knightley meint, ihre Schauspielleidenschaft habe ihr geholfen, mit dem Lesen voranzukommen - denn ihre Eltern verboten ihr das Hobby, wenn sie keine Lese-Fortschritte machte, wie Knightley vor einiger Zeit dem Sender Radio 4 sagte. Gelohnt hat es sich: "Ich kann nicht besonders gut lesen und schreiben - aber mit Drehbüchern komme ich gut klar", erzählte Knightley der "Daily Mail".

Buchautoren - Jamie Oliver und John Irving

Auch das gibt es: Ein prominenter Buchautor mit Schreibschwäche. Gut, Star-Küchenmeister Jamie Oliver (39) schreibt "nur" Kochbücher - aber davon immerhin bisher mehr als 20 Stück. Ein erstes Buch komplett durchgelesen hat er allerdings erst mit 38, wie er "The Telegraph" gestand. Bis heute ist er aber Kritiker der modernen Schulbildung geblieben. Übrigens lässt sich mit einer Leseschwäche auch wahrhaft große Literatur zu Wege bringen. Der Beweis ist der US-Amerikaner John Irving (72). Trotz Legasthenie schenkte er der Welt große Romane wie "Hotel New Hampshire".

Musik-Helden - Robbie Williams und Cher

Auch unter den Musik-Stars gibt es Legastheniker. Einer von ihnen ist Robbie Williams (40, "Let Me Entertain You"). Vor allem zu seinen Zeiten als Teenie-Schwarm kokettierte der Sänger gerne mit seiner Leseschwäche. Er verwechselte in Interviews demonstrativ Fachwörter und kündigte auch schon mal an: "Ich werde einen Song schreiben mit dem Titel, 'Nur weil du Legasthenie hast, bedeutet das nicht, du wärst nicht fett". Auch Humor ist schließlich Geschmacksfrage. Interessanterweise ist auch Williams Erzfeind, Ex-Oasis-Mastermind Noel Gallagher (47), Legastheniker.

Für Cher (68, "Woman's World") war Schule die Hölle. "Ich habe in der Schule nie gelesen", erzählte sie vor einigen Jahren in einem Interview. Alles was sie lernen wollte, habe sie hören müssen. In der elften Klasse gab die Sängerin auf - in den 60er-Jahren war es mit der Förderung von Jugendlichen mit Leseschwäche schließlich auch noch nicht so weit her. Für eine Karriere als eine der erfolgreichsten Musikerinnen der 70er- und 80er-Jahre reichte es dann trotzdem.

Könige und Politiker - Carl XVI. Gustaf und Bodo Ramelow

Es hat seine Tücken - aber auch mit einer Leseschwäche lassen sich gestandene Nationen repräsentieren. So ist etwa Schwedens König Carl XVI. Gustaf (68) Legastheniker. Das Problem bewältigt er meistens recht souverän. Der Monarch liest sogar fehlerfrei Reden vom Blatt ab. Selbst wenn er dabei nicht immer ganz entspannt wirkt. Eine böse Anekdote kursiert in der schwedischen Bevölkerung allerdings: Man munkelt, Carl XVI. Gustaf habe einst auf einer Urkunde das simple Wort "Konung", "König", falsch geschrieben. Respektiert wird der Blaublüter von den Schweden trotzdem.

Und auch als Politiker lässt es sich mit der Diagnose Legasthenie Karriere machen. Bodo Ramelow (58), erst kürzlich zum neuen Ministerpräsidenten Thüringens gewählt, erzählte der "Welt" im vergangenen Jahr, er habe lange unter einer Leseschwäche gelitten. Gute mündliche und miese schriftliche Noten gingen Hand in Hand - die Lehrer hätten ihn für "hoch intelligent, aber stinkend faul" gehalten, sagte der Linke-Politiker. Erst bei einem zweiten schulischen Anlauf an einer Berufsaufbauschule, mit 19 Jahren, sei das Problem diagnostiziert worden.

Ein Wirtschaftsboss - Ferdinand Piech

Ferdinand Piech (77, "Auto.Biografie") ist einer der bemerkenswertesten Charaktere in der deutschen Wirtschaft - VW-Vorstandschef war er, VW-Aufsichtsratsvorsitzender ist er. Und das alles trotz seiner Lese- und Schreibschwäche. Mit einer sechs in Englisch wäre Piech sogar einmal sitzengeblieben, wie die "Frankfurter Allgemeine" schreibt. Statt der empfohlenen "handwerklichen Ausbildung" wird der junge Ferdinand aber auf ein Schweizerisches Internat geschickt - und kämpft sich schließlich bis an die Spitze des Autokonzerns. Bis heute soll er allerdings, so heißt es, "selten etwas Schriftliches" hinterlassen.

 

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