Von Nazis verfolgt "Späte Ehrung": Straße für Widerstandskämpferin

Stolz auf ihre Mutter: Franziska Rauch am Mittwoch bei der Einweihung des neuen Straßenschildes. Foto: Stadtwerke München

An der Zentrale der Stadtwerke ist eine neue Straße eingeweiht worden. Sie trägt den Namen einer unbekannten Münchner Widerstandskämpferin.

Moosach - Die Geschwister Scholl und Georg Elser sind Gegner des Nationalsozialismus, die man mit München verbindet. Mirjam David hingegen ist einer der vergessenen Namen. Doch das soll sich ändern: Gestern wurde eine Straße am Stadtwerke-Areal in Moosach nach ihr benannt. Der 1917 in München geborenen Mirjam David war eine wissenschaftliche Laufbahn als Chemikerin versagt geblieben, weil sie den Nazis als "Mischling" galt: Ihr Vater war Jude.

An der Universität engagierte sie sich bei der "Weißen Rose". 1943 wurde sie ins Konzentrationslager Ravensbrück gebracht. 1944 wurde sie von den Nazis zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Mirjam David starb 1975 in Garmisch-Partenkirchen.

Zur Einweihung der Straße kam auch Davids Tochter Franziska Rauch. Ihre Mutter habe psychisch gebrochen nie über die Zeit des Widerstands, im KZ, in Polizeigefängnissen und im Zuchthaus sprechen können. "Ich freue mich sehr über diese späte Ehrung meiner Mutter", sagte Rauch über den neuen Straßennamen.

 

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