Von Haut bis Haustier Mit diesen Tipps trotzen Sie der Kälte

Auch für Hunde ist das frostige Wetter momentan unangenehm. Foto: dpa

Die Haut, das Handy, das Haustier – jeder und alles leidet momentan unter den frostigen Temperaturen. Was gegen welche Winter-Probleme hilft.

 

München - Der Winter legt so richtig los. Wie kommen Autofahrer gut durch die kalten Tage? Was müssen Hundebesitzer beachten? Und wie reagieren Eltern von kleinen Kindern richtig? Ein Überblick:

HAUT UND HAARE
Die kalte Luft und fehlende Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen machen der Haut und den Haaren zu schaffen. Die Kälte entzieht den Haaren Fett, erklärt die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA).
Tipps: Deshalb sollten die Haare im Winter nicht zu häufig gewaschen werden. Außerdem ist ein mildes, rückfettendes Shampoo empfehlenswert. Heiße Duschen sind momentan nicht empfehlenswert. Sie greifen den natürlichen Schutzfilm der Haut zusätzlich an.

Wichtig ist, die Haut mit Cremes zu pflegen. Dafür eignen sich in der Regel solche mit hohem Fettanteil, weil die Talgdrüsen bei kalter und trockener Luft weniger Fett produzieren.

BABYS
Spazierengehen oder ein Arztbesuch – auch Babys kommen gezwungenermaßen mit der Eiseskälte in Berührung.
Tipps: Wer seinen Nachwuchs in einer Trage oder einem Tuch bei sich hat, muss vor allem auf Füße und Köpfchen des Kindes achten.

Niemals sollten Eltern auf Strumpfhose und warme Schühchen verzichten. Und in jedem Fall brauchen Säuglinge eine Mütze – schließlich verlieren sie besonders viel Wärme über den Kopf.

SENIOREN
Ältere Menschen kämpfen oft mit dem Blutdruck – die Kälte macht das noch schlimmer. Denn durch sie können sich die Blutgefäße stark verengen. Die Folge: Der Blutdruck steigt, und das Herz muss das Blut gegen einen größeren Widerstand pumpen.
Tipps: Bei höherem Blutdruck empfiehlt die Deutsche Herzstiftung auch in der kalten Jahreszeit Bewegung – Walken, Radfahren oder zügiges Spazierengehen. Am besten wärmt man sich im Winter etwa mit Gymnastik schon im Haus auf.

ERFRIERUNGEN
Bei den aktuellen Temperaturen hört man viele jammern: Ich erfriere gleich! Aber geht das wirklich so schnell? Grundsätzlich gilt: Kinder sind häufiger betroffen. Sie besitzen eine dünnere Haut als Erwachsene und verlieren dadurch schneller Körperwärme.

Wenn die Haut bei Kindern blass ist und sich an einigen Stellen grau-weiß oder gelb-weiß verfärbt, kann das ein Warnsignal für eine Erfrierung sein. Die Haut kann brennen und taub werden.
Tipps: Eltern schützen das Gesicht am besten mit einer fettenden Creme. Auch bei ein paar Grad über null sind Hautschäden möglich. Also: Vorsichtig sein! Als erste Hilfe rät die Kaufmännische Krankenkasse (KKH), taube Finger oder Hände zwischen den Oberschenkeln oder unter den Achseln aufzuwärmen.

Bei tieferen Erfrierungen die betroffene Stelle hochlagern und Blutverdünner wie Aspirin oder Ähnliches einnehmen – dadurch wird das geschädigte Gewebe besser durchblutet.

SPORT
Das Thermometer zeigt Minusgrade – Sie wollen nicht aufs Sporteln verzichten? Das müssen und sollten Sie auch nicht.
Tipps: Idealerweise sollten Sportler durch die Nase atmen, weil die Luft dann gefiltert, vorgewärmt und angefeuchtet wird. Als Alternative kann ein Multifunktionstuch dienen, dadurch kann man das Gesicht schützen, so die KKH.

Vollgas ist im Winter für den Körper aber keine gute Idee, lieber die Intensität zurückschrauben. Wenn die Luftröhre brennt, ist das ein Anzeichen dafür, dass die Atemwege überreizt worden sind.

Die Bekleidung sollte sich nach dem Zwiebelprinzip richten mit Funktionsunterwäsche, Funktionsshirt und je nach Temperatur Fleecepulli sowie windabweisende Jacke.

AUTO
Eifrig kratzt man erst das Eis von der Scheibe, steigt durchgefroren ins Auto und muss dann feststellen: Den Durchblick hat man trotzdem nicht. Zu viel Nässe im Auto kann für Dunst und Eis auf der Innenseite der Frontscheibe sorgen, erklärt der ADAC.
Tipps: Heiße Luft nimmt Feuchtigkeit besser auf. Also: Heizung aufdrehen und das Gebläse voll auf die Scheiben richten. Wer es aushält, macht auch noch die Seitenfenster auf. Dann kann die feuchte Luft entweichen.

Damit die Nässe erst gar nicht ins Auto kommt, den Schnee vor dem Einsteigen abklopfen. Feuchte Fußmatten sollte man nach der Fahrt idealerweise aus dem Auto nehmen und trocknen lassen. Man sollte zudem die Dichtungen hin und wieder prüfen. Mit Glyzerin, Silikon oder Hirschtalg lässt sich verhindern, dass das Gummi am Blech anfriert.

MOBILTELEFONE
Den Geräten tut die Kälte nicht gut – vor allem der Akku leidet. Er entlädt sich bei niedrigen Temperaturen schneller und lädt langsamer.
Tipps: Smartphones gehören deswegen in eine warme Tasche und sollten nicht zu lang im Freien benutzt werden. Per Headset kann auch bei Kälte telefoniert werden.

Neben dem Akku ist vor allem das Display kälteanfällig. „LCD-Displays reagieren bei Kälte träge, so dass der Touch-Screen weniger bis gar nicht funktioniert“, sagt Michael Eck vom Tüv Nord. Der Grund: Die Flüssigkristalle im Display frieren regelrecht ein. Normalerweise verschwinden die Fehler bei Zimmertemperatur wieder.

DAHOAM
Sogenannte Kastenfenster im Altbau können im Winter zufrieren und dadurch schwere Schäden nehmen. Doch nicht nur hier lauert bei Kälte Gefahr: Eine Eisschicht kann Abwasserrohre zum Platzen bringen und Regenrinnen zerstören.
Tipps: Hartnäckiger Frost lässt sich von den Fenstern per Fön entfernen. „Allerdings nur aus etwas größerer Entfernung“, warnt Ulrich Tschorn vom Verband Fenster + Fassade. „Ansonsten kann das den Lack auch beschädigen.“

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Altbau-Bewohner Kondenswasser zwischen den Scheiben rigoros bekämpfen. Vor allem regelmäßige Frischluft ist gefragt. Damit Rohre nicht durch Eis platzen, sollten Hausbesitzer regelmäßig Dachabflüsse von Dreck befreien.

GARTEN
Pflanzen sind auf Schnee und Frost eingestellt. Schnee legt sich als isolierende Decke über sie. Die Pflanzen sind hier also geschützter als nur bei Minusgraden. Sehr dicke schwere Schneeschichten sind allerdings nicht ungefährlich.
Tipps: Dicke, vor allem nasse Schichten Schnee sollten jetzt von den Ästen geschüttelt werden, sonst brechen diese ab. Richtig gefährlich werden den Pflanzen Kahlfröste – es liegt kein Schnee, ist aber bitterkalt. Nun müssen empfindliche Pflanzen einen Frostschutz bekommen, etwa eine Reisigdecke oder ein Jutekleid.

HUNDE
Für Hunde können Schnee und Eis im Winter ganz schön schmerzhaft sein. Streusalz greift die Haut an, Rollsplitt und Eisklumpen können sich zwischen den Ballen festsetzen.

Außerdem schwitzen Hunde über die Pfoten – durch die Feuchtigkeit bleiben sie manchmal beim Laufen auf Schnee und Eis leicht hängen.
Tipps: Wichtig ist deshalb, sich an eisigen Wintertagen die Hundepfötchen nach dem Spaziergang genau anzuschauen. Dann kann es schon helfen, die Pfoten mit klarem Wasser abzuspülen. Sind sie sehr gereizt, können Halter die Pfötchen – vor allem zwischen den Ballen – mit einer speziellen Creme versorgen. Das macht die Haut widerstandsfähiger und lässt kleine Wunden schneller heilen.

 

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