Vom Gewerbegebiet zum Quartier München-Allach: 1.200 Wohnungen auf dem Kirschgelände

Von links: Christoph Sattler, Rita Ahlers, Regine Keller und Ralf Büschl. Foto: Daniel von Loeper

Das Kirschgelände zwischen Allach und Untermenzing erlebt eine Metamorphose: Vom brummenden Gewerbegebiet zum Quartier mit vielen Wohnungen.

 

Allach - Ihr Urgroßvater war Sägewerkmeister bei Familie Kirsch, im früheren Dampfsägewerk an der Grenze zwischen Allach und Untermenzing, erzählt die Landschaftsarchitektin Regine Keller.

Zusammen mit dem Architekturbüro Hilmer Sattler Architekten Ahlers Albrecht hat sie den städtebaulichen Wettbewerb zur Entwicklung des "Kirschgeländes" gewonnen. In dem Industrie-Areal an der Kirschstraße gibt es Autohäuser und viele Lagerhallen.

Denn Logistikunternehmen, wie eine Möbelspedition, schicken von hier ihre Sattelschlepper auf Reise. Die Lkw quälen sich schon seit Jahren durch die engen Straßen der umgebenden Wohngebiete von Allach und Untermenzing.

Das neue Kirschgleände: "Der Schwerlastverkehr wird verschwinden"

Am Mittwoch stellten die Projektentwickler Eckpfeiler Immobilien und die Büschl Gruppe die Metamorphose des Kirschgeländes vom Industriegebiet zum grünen Wohnquartier vor. "Der Schwerlastverkehr wird verschwinden", jubelte Stadträtin Heike Kainz (CSU), frühere Bezirksausschuss-Chefin von Allach-Untermenzing.

So sehen die aktuellen Pläne aus: Fünf Unternehmen sind schon ausgezogen, ab 2021 sollen erste Lagerhallen abgerissen werden. "Alle Firmen wussten rechtzeitig Bescheid, dass Logistikunternehmen hier keine Zukunft haben", sagt Wolfgang Bogner, Geschäftsführer der Eckpfeiler Immobiliengruppe.

In drei Bauabschnitten soll das Grundstück von 12 Hektar etwas über 1.200 Wohnungen für 3.000 Bürger bekommen. 40 Prozent sind geförderter Wohnraum, 60 Prozent freifinanzierte Eigentumswohnungen. "Wobei von diesen 60 Prozent wieder Mietwohnungen sind, weil Käufer auch vermieten", so Ralf Büschl, Geschäftsführer der Büschl Unternehmensgruppe.

Neues Kirschgelände: Kitas, Grundschule, Skateranlage

Die Wohnblöcke sind im Karree geplant: sie stehen leicht gegeneinander verschoben und öffnen sich. Die Höhen sind gestaffelt: von moderaten drei Stockwerken zu den Einfamilien häusern der Gartenstadt Untermenzing hin. Sie steigen dann an - und der Hochpunkt hat neun Stockwerke.

Alle Dächer werden begrünt. Ein 18.000 Quadratmeter großer Landschaftspark an der Kirschstraße und zwei Wiesen mit einem Nachbarschaftstreff werden so gewonnen: "Ich glaube, dass das Quartier eine liebenswerte Ausstrahlung bekommen kann", meint Architektin Rita Ahlers.

Das "Miteinander" und die "gute Nachbarschaft" hatten für die Planer Priorität, der "sanfte Übergang" zur bestehenden Nachbarschaft: Drei Kitas, eine Grundschule und eine Skateranlage sollen den Bewohnern nutzen.

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