Voller Gerichtssaal sorgt für Ärger Corona-Eklat in München: Anwalt zeigt Richter an

Wir wollen da nicht rein: Die protestierenden Anwälte. Thomas Pfister, Frank Eckstein, Berna Behmoaram, Mathes Breuer und Santosh Gupta (von rechts nach links). Foto: AZ/jot

Weil die Verteidiger aus Furcht vor dem Coronavirus nicht in den Gerichtssaal wollen, wird die Verhandlung ausgesetzt. Einer der Anwälte will gegen den Vorsitzenden Richter Strafanzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung erstatten.

 

München - Alles ist angerichtet. Die Angeklagten sitzen auf der Anklagebank, Sachverständige, Staatsanwaltschaft und das Gericht haben Platz genommen. Im Zuschauerraum drängen sich Dutzende von Beobachtern. Der Prozess um einen versuchten Totschlag gegen vier junge Männer könnte beginnen. Was fehlt, sind die Verteidiger.

Verteidiger wollen Richter anzeigen - Prozess vertagt

Thomas Pfister, Frank Eckstein, Berna Behmoaram, Mathes Breuer und Santosh Gupta stehen im Gerichtsflur und weigern sich, den Saal zu betreten. Der Grund: Im Gerichtssaal B 177 sind zu viele Menschen auf zu engem Raum. Die Bitte, mit dem Vorsitzenden Richter darüber zu sprechen, verhallt ungehört. Dabei fühlen sich die Anwälte durch die Einschätzung des Sachverständigen in ihrer Furcht bestärkt.

Anwalt Pfister kündigt an, Strafanzeige zu erstatten. Gegen den Vorsitzenden Richter Stephan Kirchinger wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde soll angestrengt werden. Ohne Verteidiger geht am Dienstag jedenfalls nichts. Der Richter setzt den Prozess aus. Wahrscheinlich soll im Herbst neu begonnen werden.

 

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