Vögel werden gejagt Wilderei: Rückschlag für bayerisches Waldrapp-Projekt

Autorenprofil Ruth Schormann
Ein Schwarm von Waldrappen überquert begleitet von einem Gleitschirmflieger die Alpen. Foto: Corinna Esterer/Waldrapp-Team/dpa

Seit Jahren versuchen Tierschützer in Bayern, den seltenen Waldrapp-Vogel wieder anzusiedeln. Nun müssen sie einen herben Rückschlag verkraften.

 

München – Der Waldrapp ist nicht unbedingt schön, aber selten: Im 17. Jahrhundert wurde der Vogel in Bayern und Österreich ausgerottet, ein ehrgeiziges EU-Projekt verfolgt seit einigen Jahren die Wiederansiedlung dieser faszinierenden Charakterköpfe in Europa.

Waldrappe, die mit ihrer Glatze, den abgespreizten pechschwarzen Nackenfedern und dem sichelförmigen Schnabel einfach unverwechselbar sind, sollen hier wieder heimisch werden. Das ist das Ziel von "Reason for Hope – Reintroduction of the Northern Bald Ibis in Europe". Auch das Zugverhalten sollen sie durch menschliche Helfer wieder erlernen: Sie begleiten die Tiere mit einem Ultraleichtflieger über die Alpen. Auch in Burghausen gibt es eine Brutgruppe, seit 2004 ist die Stadt einer der Standorte des Waldrapp-Projekts.

Drei Waldrappen in Kroatien erlegt

Doch nun gibt es für das Waldrapp-Team einen herben Rückschlag, wie es auf seiner Website schreibt: Drei der Vögel, die auf dem Weg ins Überwinterungsgebiet nach Süden waren, sind demnach in Kroatien durch Wilderei ums Leben gekommen, zwei davon waren erwachsene Leitvögel.

Das bedeutet, dass die Jungvögel ohne Anführer nun keine Chance haben, ihr Wintergebiet zu erreichen. Die Teammitglieder versuchen nun, sie einzufangen, um sie bis nach Norditalien zu bringen.

Große Hoffnungen, die Täter zu finden, haben die Vogelforscher nicht: "Die aktuellen Vorfälle zeigen leider, dass die illegale Vogeljagd nicht nur in Italien ein gravierendes Problem für den Artenschutz darstellt. Aufgrund unserer Erfahrungen ist die Chance gering, die Täter zu identifizieren. Das wird wohl auch in Kroatien nicht anders sein."

 

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