Vize-Double EHC München vom Thron gestoßen - Mannheim ist Meister

Nichts war es mit dem vierten Meistertitel in Folge für den EHC München. Foto: Uwe Anspach/dpa

Die Regentschaft des EHC ist nach 1099 Tagen beendet. Im fünften Spiel der Best-of-Seven-Final-Serie unterliegt der EHC Red Bull München den Adler Mannheim mit 4:5 in der Overtime.

 

Mannheim/München - Thronsturz zu Mannheim. Aber was für ein Krimi, was für ein Fight. Die Mannheimer sahen schon wie der klare Sieger und damit Meister aus, sie führten 3:0 und 4:1, doch dann drehte der EHC Red Bull München auf, glich zum 4:4 aus. Die Entscheidung musste in der Verlängerung des fünften Spiels der Finalserie fallen. Und da versetzte Thomas Larkin dem EHC in der 74. Minute den sportlichen Todesstoß.

EHC-Regentschaft nach 1099 Tagen beendet

Die Regentschaft des EHC ist also nach 1099 Tagen beendet, das Team von Trainer Don Jackson musste am Ende die Krone weiterreichen, den Thron verlassen, das Knie beugen – und mit traurigen Gesichtern zusehen, wie die Insignien der Eishockey-Macht in Form des Meisterpokals, der übrigens 13 Liter Siegerbrause fasst, an die Mannheim Adler übertragen wurde. Mannheim feierte, München trauerte.

Die Mannschaft von Trainer Pavel Gross entschied damit vor 13 600 euphorisierten Fans mit die Best-of-seven-Finalserie mit 4:1 für sich. Mannheim darf sich also erstmals nach dem Titelgewinn 2015 und zum insgesamt achten Mal Könige der DEL nennen.

„Es ist noch nicht vorbei“, hatte Münchens Kapitän Michael Wolf (38) vor der Partie gesagt. Da wusste er nicht, dass es das letzte Spiel seiner Karriere sein würde. Er hatte angekündigt, dass nach dieser Saison bei ihm Schluss sei.

Mannheim löst den EHC München als Deutscher Meister ab

Anders die Analyse von Ex-DEL-Goalie und dem jetzigen Magentasport-Experte Patrick Ehelechner vor der Partie: „Es spielt nicht viel für München, das wird eine Herkulesaufgabe für den EHC. Wenn ich ehrlich bin, sieht es nicht sehr gut aus.“

Nach fünf Minuten und 37 Sekunden sah es noch schlechter aus. Mannheims Marcel Goc schoss aufs Tor, bekam seinen eigenen Abpraller und versenkte die Scheibe an Goalie Danny aus den Birken vorbei zum ersten Streich der Adler – 1:0! Ein Schuss tief ins Bullenherz. In der 12. Minute nutzte Mannheim einen Fehler von Münchens Tobias Eder aus, Cody Lampl mit dem 2:0. München geschockt.

Zweites Drittel, gleiches Spiel. München im Kopf und mit den Beinen zu langsam. Das nützte Matthias Plachta zum 3:0 (24.). „Das ist zu stark, das ist zu gut. Mannheim ist besser in dieser Finalserie“, sagte Ex-Nationalspieler und Sport1-Experte Rick Goldmann. Wirklich? In der 26. Minute ein Hoffnungsschimmer für München, Trevor Parkes im Powerplay zum 3:1! Der erste EHC-Treffer nach 115 torlosen Minuten. Doch der nächste Tiefschlag ließ nur fünf Minuten auf sich warten, Tommi Huhtala stellte den Drei-Tore-Abstand wieder her – 4:1! Doch kampflos wollten der EHC die Krone nicht abgeben, Andreas Eder mit dem 4:2 (38.).

CHL und DEL - EHC München holt das Vize-Double

Die Mannheimer Fans feierten schon in Dauerschleife. Doch plötzlich die große Stille, das große Zittern. Patrick Hager versenkte den Puck erneut in Überzahl zum 4:3 (46.)! Die Adler hatten plötzlich das große Nervenflattern und München echte Bullen-Power. Yasin Ehliz donnerte die Scheibe zum 4:4 ins Netz! Was für ein Spiel, was für ein Krimi. Matt Stajan traf Sekunden vor der Sirene noch den Pfosten. Die Münchner, die schon als die sicheren Verlierer ausgesehen hatten, trotzten den Adlern damit die Verlängerung ab. „Wir sind extrem viel gelaufen, haben sie sicher auch damit überrumpelt, jetzt müssen wir so weiterlaufen“, sagte Münchens Ehliz.

In der Verlängerung sorgte Larkin für die Entscheidung. So endete Münchens Regentschaft nach 1099 Tagen. Was bleibt dem EHC von dieser Saison? Ein neuer Punkterekord, noch nie hatte der Verein in seiner Geschichte 109 Punkte in der Hauptrunde gehamstert. Und das Vize-Double, denn der EHC hatte sensationell auch das Finale der Champions League erreicht, wo man aber im schwedischen Topklub Frölunda Indians (1:3) seinen Meister fand. Wie jetzt wieder – mit Mannheim.

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