Vitus Eicher und Korbinian Vollmann „Löwen durch und durch“

Vitus Eicher verlängerte vor der Partie gegen den FC Ingolstadt seinen Vertrag. Foto: sampics/Augenklick

Mit Vitus Eicher und Korbinian Vollmann kann der TSV 1860 zwei Eigengewächse langfristig an den Klub binden. „Wir sind davon überzeugt, dass sie noch einen Sprung machen“, sagt Poschner.

 

München - „Gemeinsam für Sechzig“ hört man dieser Tage oft an der Grünwalder Straße. Gemeinsam mit den Fans will der TSV 1860 den Klassenerhalt schaffen. Die gegen St. Pauli mit 25 100 Zuschauern bestens funktionierende Ticket-Aktion unter gleichem Motto werden die Löwen auch gegen den SV Sandhausen fortsetzen – halbe Preise gibt’s für Mittelrang-Plätze der Nordkurve und in der Gegengerade auf dem Unterrang.

Und auch zwei Spieler setzen ihren Weg fort – gemeinsam mit Sechzig: Vitus Eicher und Korbinian Vollmann haben vor der Partie gegen den FC Ingolstadt (bei Redaktionsschluss noch nicht begonnen) ihre Verträge bis 2017 verlängert. „Vitus und Korbinian sind Löwen durch und durch. Sie identifizieren sich zu 100 Prozent mit dem Klub und haben bei uns den Sprung zu den Profis geschafft. Wir freuen uns sehr, dass sie sich gerade jetzt entschieden haben, ihre Verträge zu verlängern“, sagte Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner. Gerade jetzt, wo die Löwen im Abstiegskampf stecken.

Der Sportchef freut sich über die Verlängerung zweier absoluter Eigengewächse: Eicher wechselte im Jahr 2000 an die Grünwalder Straße und durchlief alle 1860-Jugendteams. Der Erdinger gab sein Debüt am 29. April 2012 beim 2:0-Auswärtssieg gegen Eintracht Frankfurt und stand zuletzt beim 2:1-Erfolg über den FC St. Pauli zwischen den Pfosten. Offensivspieler Vollmann spielt seit der U12 bei den Löwen, wurde nur 2011 für eine Saison nach Unterhaching verliehen. Der 21-Jährige empfahl sich in dieser Saison durch 14 Tore und zehn Assists in 20 Spielen der Regionalliga Bayern und kam seither zu sieben Zweitliga-Einsätzen. Dort ist er bisher über die Rolle des Edeljokers noch nicht hinausgekommen.

Noch. Denn wie Eicher sei Vollmann schon an der Beförderung gewachsen. Poschner: „Beide haben sich im Laufe der Saison fußballerisch und persönlich weiterentwickelt. Zudem sind wir davon überzeugt, dass sie noch einen Sprung machen.“ Vor allem Eicher hat seit dem Rauswurf von Markus von Ahlen und der Beförderung von U21-Trainer Torsten Fröhling zum Chefcoach die Gelegenheit dazu. Fröhling kennt Eicher wie Vollmann aus der Reserve, wo der 24-jährige Keeper regelmäßig bei den Derbys gegen den FC Bayern das Tor hütete. Prompt riskierte Fröhling vor seinem ersten Spiel gegen St. Pauli den Torwartwechsel, brachte Eicher für den bisherigen Stammkeeper Stefan Ortega. Eicher sei „Löwe durch und durch“, lautete die Begründung.

Dem mehrfach ausgezeichneten Nachwuchsleistungszentrum der Löwen entstammten schon viele große Talente, die Jugend ist das Kapital der Löwen. Schon vor der Saison verfolgten die Löwen nach dem großen Umbruch die Philosophie, junge Eigengewächse zu neuen Identifikationsfiguren aufzubauen. Der Versuch von Ex-Trainer Ricardo Moniz mit Julian Weigl als „Kapitäns-Bubi“ war freilich ein vorschneller Reflex, doch mit Weigl, Maxi Wittek, Marius Wolf und auch den länger etablierten Ur-Löwen Dominik Stahl und Chris Schindler verfolgen die Löwen trotz aller Neuzugänge einen erkennbaren Trend, der sich unter Fröhling weiter fortsetzt – siehe Eichers Beförderung.

Das war nicht immer so bei Sechzig: Man erinnere sich an das blaue Tafelsilber, das veräußert wurde und teils auch werden musste: die Bender-Zwillinge, Kevin Volland, Moritz Leitner, Christian Träsch – jüngstes Beispiel ist der Hoffenheimer Innenverteidiger Tobias Strobl, der 2012 ablösefrei eine Liga höher abwanderte. Damit soll jetzt Schluss sein. Denn jetzt heißt es: Gemeinsam für Sechzig.    

 

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