Virtuelle Gleichberechtigung und Diversifikation 15-jährige Muslima stellt Antrag auf Kopftuch-Emoji

Wird es Ende des Jahres Kopftuch-Emojis auf unseren Handy-Tastaturen zu finden geben? Möglich wäre es - dank einer 15-jährigen Muslima aus Berlin. Foto: Aphelandra Messer

Eine junge Muslima aus Berlin kämpft dafür, dass zukünftig auch Kopftuch-Emojis auf Handy-Tastaturen zu finden sind. Die erste große Hürde hat sie bereits genommen.

Berlin - Alles begann damit, dass sich die 15-jährige Rayouf Allhumedhi in einer Whatsapp-Gruppe mit einem Emoji darstellen wollte. Dies wurde jedoch schnell zu einem Problem: Die Emoji-Tastatur beinhaltet zwar Menschen mit verschiedenen Haut- und Haarfarben - jedoch fehlt es an Emojis, die Kopftuch tragen.

Dieser Vorfall veranlasste das Mädchen dazu, etwas zu unternehmen. Zuerst schrieb sie eine E-Mail an Apple, in der sie ihre Forderung, ein Kopftuch-Emoji zu der bisherigen Handy-Tastatur hinzuzufügen, ausführlich begründete. Eine Antwort von Apple bekam die junge Frau nie.

Kopftuch-Emojis für mehr Diversifikation

Nach einiger Recherche fand Rayouf heraus, dass sie sich mit ihrem Vorschlag an das Unicode-Konsortium wenden muss. Dies tat sie umgehend und erklärte in einem siebenseitigen Antrag, wieso es zukünftig auch Hidschab-Emojis für Whatsapp und Co. geben sollte. Die 15-Jährige ist sich sicher, im Namen vieler zu handeln. "Die Menschen wollen sich in den Emojis wiedererkennen", erklärt sie ihre Motivation gegenüber "The Washington Post".

Fällt eine für November anberaumte Prüfung des Antrags zu Gunsten der Kopftuch-Emojis aus, könnten die neuen Ideogramme noch in diesem Jahr in das Portfolio aufgenommen werden. Bis dahin muss Rayouf auf Whatsapp Kreativität beweisen. Derzeit dient ihr das Emoji einer Frau mit Stirnband als einzige Alternative, sich virtuell zu repräsentieren.

 

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