Vierfach-Mama hat Buch geschrieben Osterferien: So klappt der Urlaub mit der Familie

Autorenprofil Ruth Schormann
Alle helfen zusammen und freuen sich auf den Urlaub? Oft bedeutet der auch Chaos pur. Foto: imago/Zuma

Die Kinder nörgeln, weil es kein WLAN gibt, die Pässe sind nicht zu finden, die Zahnbürsten vergessen: Wie die Ferien mit Rasselbande ablaufen und wie man trotzdem entspannen kann, beschreibt eine vierfache Mama in einem amüsanten Buch.

 

Stuttgart - Endlich wieder Ferien! Der damit verbundene Stress lässt auch nicht auf sich warten. Lucinde Hutzenlaub reist gerne. Doch der Familienurlaub ist für die vierfache Mama jedes Jahr ein großes Abenteuer. Schon vorher.

Es ist ein Kampf um Reiseziele, Unterkunft und Programm gegen eine Quengelbande, in der jeder seine eigenen Vorstellungen davon hat, was Entspannung, Kultur und Sport bedeuten. Darüber hat die gebürtige Stuttgarterin das Buch "Ruhe auf den billigen Plätzen" geschrieben, das sie mit allerlei Tipps gespickt hat.

Lucinde Hutzenlaub mit dem Buch "Ruhe auf den billigen Plätzen"

Von Playlists für lange Autofahrten bis zu einer Check-Liste, was vor dem Urlaubsstart alles erledigt sein sollte, damit es nicht auf den ersten Metern schon zum Krach kommt (siehe unten). Und sie schildert Eindrücke aus aller Welt – angefangen beim Bauernhofurlaub in Bayern bis zur Reise nach Australien.

Der Urlaub kann kommen – und mit diesen Ratschlägen vielleicht weniger Stress davor, danach und dabei.


Lucinde Hutzenlaub im Interview: "Unser Traumziel ist der Chiemsee"

AZ: Frau Hutzenlaub, wie sind Sie auf die Idee zum Buch gekommen?
Lucinde Hutzenlaub: Wenn man viele Kinder hat und gern und oft unterwegs ist, fragen einen andere Eltern natürlich nach Reisezielen, Tipps und Tricks. Oft höre ich, dass niemandem sonst so viel Chaos widerfährt wie uns – bis dann jemand anruft und sagt: "Sag mal, Lucinde: Uns ist da was ganz Blödes passiert. Du weißt doch, was man machen muss, wenn Flüge gestrichen/Kinder im Urlaub krank/oder Pässe verloren werden." Ein Buch, in dem man alle diese Infos findet, hat einfach gefehlt.

Woran liegt es, dass im Urlaub so oft gestritten wird?
Jeder hat ganz konkrete Vorstellungen von einer gelungenen Reise. Dass die nicht immer mit den Vorstellungen der anderen Familienmitglieder übereinstimmen, ist logisch. Ich glaube, das ist in vielen Familien so. Mein Sohn will immer angeln. Mein Mann möchte auf gar keinen Fall in einen Luxusschuppen und Tochter Nummer drei will nicht fliegen. Mein Mann und ich hätten gern mal Zeit zu zweit und gleichzeitig mögen wir Reisen mit Freunden. Man kann versuchen, alle glücklich zu machen – und zwar so: gut planen, tief durchatmen und loslassen.

"Es ist nicht einfach, bei der Planung alle glücklich zu machen"

Wie schaffen es Eltern, auf einer Familienreise mal Zeit für sich zu haben?
Entweder sie buchen einen Urlaub mit einer Kinderbetreuung, in der sich die Kinder wohlfühlen – denn was nützt es, wenn man bei der Zeit zu zweit ein schlechtes Gewissen hat – oder man nimmt Großeltern mit. Wenn die Kinder noch klein sind, ist vielleicht nur ein Glas Wein auf der Terasse möglich, sobald sie im Bett sind. Aber ganz ehrlich: Wie lange sind sie schon klein? Schneller als man denkt, fahren sie nicht mehr mit und man wünscht sich, man hätte mehr gemeinsame Urlaube verbracht.

Gibt es trotz der verschiedenen Vorstellungen ein Lieblingsziel Ihrer Familie?
Auf ein Traumreiseziel können wir uns immer einigen: "unser" Bauernhof am Chiemsee. Da kommen alle mit. Das ist einfach der beste Platz der Welt. Dementsprechend gibt es über den auch das eine oder andere Kapitel im Buch.

Was ist das Schlimmste, was vor dem Urlaub passieren kann?
Einmal durfte ich alleine nach Thailand. Das war nach so vielen Jahren Kindererziehung einfach Superluxus und unfassbar toll für mich. Ich war so aufgeregt, habe mich unglaublich gefreut und konnte mein Glück nicht fassen. Denken konnte ich offensichtlich auch nicht so gut, denn ich habe den Flug verpasst.

Warum?
Er ging am 15. März um 0:15 Uhr. Jeder Mensch weiß, dass das bedeutet, dass der Flieger am 15. März fliegt. Ich auch. Logisch. Aber als ich an den Flughafen fuhr, war schon der 15. Und zwar abends um zehn oder so – eben zwei Stunden vor dem vermeintlichen Abflug. Das war falsch. Am 14. hätte ich da sein müssen. Das war einfach zu kompliziert für mein aufgeregtes Gehirn. Außerdem war es sehr teuer. Mein Mann hat mich nämlich überredet, ein neues Ticket zu kaufen.

Eignet sich das Buch gut als Urlaubslektüre oder ist es dann schon zu spät?
Natürlich sind Packlisten und so weiter für die Vorbereitung sehr praktisch, aber auch während dem Urlaub machen die Geschichten Spaß. Manche Touren sind aufgelistet, so dass man uns sogar hinterherreisen kann. Nach dem Urlaub ist das Buch perfekt, weil es Lust auf die nächste Reise macht.

Wohin geht denn Ihr nächster Urlaub?
Bald reise ich mit meiner Freundin Tita einmal quer durch Sizilien. Ich freue mich riesig! Ich recherchiere in diesem Urlaub für meinen neuen Roman, der auf der Insel spielt. Die Abflugzeiten kenne ich übrigens schon seit Wochen auswendig und sie enthalten glücklicherweise keine Datumswechsel.


"Ruhe auf den billigen Plätzen" (270 Seiten, 9,95 Euro) ist bei Edenbooks erschienen.

 

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