Verwirrung um Ankündigung Umstrittene Rockband: Frei.Wild hört auf – oder doch nicht?

Die Deutschrock-Band Frei.Wild löst sich auf. Foto: dpa

Frei.Wild ist sicherlich eine der umstrittensten deutschsprachigen Bands der letzten Jahre. Für die einen sind sie Deutsch-Rocker mit heimatliebenden Texten, für die anderen eine rechtsextreme Band, die in der gesellschaftlichen Mitte Fuß fassen will. Jetzt haben die Südtiroler angeblich ihre Auflösung angekündigt.

 

Brixen – Den Höhepunkt erreichten die Diskussionen rund um Frei.Wild beim Echo 2016: Nachdem die Band noch 2013 von der Nominierungsliste gestrichen worden war, ging nun doch eine  Auszeichnung (in der Rubrik Rock Alternative/National) an die umstrittenen Deutschrocker. Vorausgegangen war ein Statement der Band, die sich auf ihrer Internetseite gegen Fremdenhass ausgesprochen hatte.

Nun also scheinbar das Aus: Auf Ihrer Homepage verkündeten die Mitglieder von Frei.Wild, dass sie auf ihre Herzen hören würden und im Dezember ihre "vorerst letzten Konzerte" spielen. Nach den Auftritten in Mannheim, Hannover und Chemnitz soll die Band Schluss sein.

Aber nur für kurze Zeit! Wie Sänger Philipp Burger (35) gegenüber der Bild-Zeitung bestätigte, handelt es sich nicht um eine dauerhafte Auflösung der Band: "Wir holen nur etwas Luft um dann mit voller Kraft in ein neues Kapitel zu starten. Wir nehmen daher eine Pause, um uns um ein schon lange in der Planung befindliches Projekt zu kümmern, welches einfach noch Zeit braucht." Die Musiker wollen sich dann an neuen Projekten probieren und warnen schon mal vor: "wir werden in gewissen Dingen noch unbequemer und dennoch wird vieles anders werden".

In dem Auszeit-Statement wird zudem noch mal ordentlich gegen die Kritiker der Band ausgeteilt:

"Ihr alle, ob Freund ob Feind, ob Gönner oder Missgönner, ob Fan oder Hater, Versteher oder Kopfverdreher, auch ihr werte Musiker anderer Bands, Anpassung war noch nie unser Ding, von dem her hört jetzt alle zu:

Wir waren immer Menschen, die mit offenem Visier durchs Leben zogen. Wir suchten keinen Bogen um non-konforme Themen, stellten uns auch ohne Bock darauf den immer wiederkehrenden Fragen und möchten auch in Zukunft diese eine Band sein, die ihren Weg einzig und allein nach ihrem Willen und eigenem Gefühl geht. Keinem in den Arsch zu kriechen, uns nicht anzupassen, nicht vor fremde Karren spannen zu lassen, auch fortan frei und wild zu bleiben, aber im selben Atemzug auch darauf zu verzichten, unnötige und dumme Kriegsschauplätze zu eröffnen, all das machte und macht uns zu dem, was wir sind. Man kann uns hassen, man kann uns lieben, das wissen wir, von dem her entscheidet selbst, wir kommen mit beidem zurecht. Alles andere würde sich in unserem Fall einfach nicht echt anfühlen."

 

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