Verwandten-Affäre Anwalt: Georg Schmid ohne "Barvermögen"

Angeschlagen vor Gericht: Über seine wirtschaftlichen Verhältnisse wollte Georg Schmid nicht selber sprechen. Sein Anwalt übernahm diesen Part. Foto: dpa

Erstmals hat sich Georg Schmid jetzt vor Gericht selber geäußert. Den heiklen Punkt seiner wirtschaftlichen Verhältnisse überließ er jedoch seinem Anwalt. Der betonte: Der CSU-Politiker habe "kein Barvermögen" mehr.

 

Augsburg - So hat man Georg Schmid in der Öffentlichkeit noch nicht gehört. Zum ersten Mal hat er sich jetzt selbst vor Gericht geäußert und es schien fast, als würde seine Stimme versagen. Leise, zögerlich antwortete der ehemalige CSU-Fraktionschef auf die Fragen des Richters zu seiner Person. 23 Jahre sei er insgesamt im Parlament gewesen, sagte er und es klang, als könne er seine Situation nach wie vor nicht fassen. 

Wie der Bayerische Rundfunk meldet, wollte sich Schmid über seine wirtschaftlichen Verhältnisse selber nicht äußern. Das überließ er seinem Anwalt. Der betonte, sein Mandant verfüge über "kein nennenswertes Barvermögen" mehr. Hintergrund: Nachdem die Verwandtenaffäre aufgeflogen war, überwies der CSU-Politiker 450.000 Euro an die Rentenkasse. 400.000 Euro habe er als Hypothek aufgenommen, heißt es.

Der unter dem Spitznamen Schüttel-Schorsch bekannte Politiker besitzt Immobilien. Dazu zählen zwei Wohnungen in München und eine in Düsseldorf sowie das Eigenheim in Donauwörth. Schmids aktuelles Netto-Einkommen bezifferte sein Anwalt auf 4.166 Euro.

Sollte Schmid verurteilt werden, spielen seine Einkommensverhältnis für das Strafmaß eine wichtige Rolle. Denn im Falle einer Haftstrafe von mehr als zwölf Monaten, verlöre er seine Pensionsanprüche als ehemaliger Oberregierungsrat - auch wenn die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Die Rechtsprechung berücksichtigt solche Aspekte. Schmid blieben bei einer längeren Strafe noch Bezüge aus seiner Tätigkeit als Landtagsabgeordneter und als Staatssekretär, Details dazu sind jedoch in der Diskussion.

 

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