Versuchter Mord Ramersdorf: Ex attackiert neuen Partner seiner Ehefrau mehrmals mit Messer

In dieser Siedlung in Ramersdorf wohnt die Familie. Die Kinder haben das blutige Eifersuchtsdrama live mitbekommen. Foto: Daniel von Loeper

Ein 44-Jähriger verschafft sich gewaltsam Zutritt zur Wohnung seiner Noch-Ehefrau (38) und attackiert ihren neuen Partner (48) mit einem Küchenmesser. Eine Richterin entscheidet am heutigen Sonntag über Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Das Motiv soll Eifersucht gewesen sein.

 

Ramersdorf - Die Polizei hat die Wohnungstür mit einem eigens angebrachten Vorhängeschloss versperrt. Darunter kleben noch Reste vom schwarzen Pulver der Spurensicherung. Zwei Tage nach dem versuchten Tötungsdelikt ist die Wohnung menschenleer. Die Mutter und ihre drei Töchter (4, 8 und 10 Jahre alt), die bis Freitag in der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung der Gewofag in Ramersdorf lebten, wurden – wie auch ihre beiden Hunde – vorübergehend woanders untergebracht. Bei den Nachbarn sitzt der Schreck tief. "Mir tun die Kinder so leid. Es ist entsetzlich", sagte eine Frau, die selbst Mutter ist, zur AZ. Ihr Ehemann: "Ich habe die Schreie der Kinder aus der Wohnung gehört: ‘Mama’, ‘Mama!’"

Ex dringt gewaltsam in Wohnung ein

Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei drang am Freitagabend der Mann und Vater der Kinder gewaltsam in die Wohnung ein. Dort hielt sich außer der Mutter und den Kindern auch der neue Freund der Frau auf.

Als die 38-Jährige ihren Ex-Mann rauswerfen wollte, nahm der 44-Jährige ein Messer aus der Küche und stach damit ihrem Freund (48) mehrmals in den Oberkörper. Der neue Partner wurde dabei lebensgefährlich verletzt. Mittlerweile ist er aber laut Polizei außer Lebensgefahr. Nach stundenlanger intensiver Fahndung konnte der 44-Jährige in der Wohnung eines Bekannten ausfindig gemacht werden. Spezialeinsatzkräfte nahmen ihn am Samstag, gegen 4.40 Uhr fest.

Mann attackiert Neuen seiner Noch-Ehefrau aus Eifersucht

Mehrere Nachbarn berichten übereinstimmend, dass es vor etwa einem Jahr schon einmal zu einem Polizeieinsatz bei der russischen Familie gekommen war. "Damals ist der Ehemann auf seinen Schwiegervater losgegangen und hat ihn verletzt. Die Kinder erzählten später: ‘Ich hatte Angst, dass mein Papa den Opa umbringt’", berichtet ein Mann aus dem Haus.

Danach habe der Vater ein Kontaktverbot bekommen. "Ich habe ihn trotzdem ab und zu gesehen, wie er sich hinter dem Haus mit den Kindern traf und ihnen Geschenke mitbrachte", sagt eine Frau aus dem Haus. "Eigentlich war er derjenige gewesen, der sich mehr mit den Kindern beschäftigt hat", sagt sie.

Auch soll er – bis er das Kontaktverbot bekam – meist mit den Hunden rausgegangen sein. "Als er weg war, mussten die Kinder morgens um 6 Uhr vor der Schule mit ihnen raus."

Mordkommission ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts

Bereits vor einigen Monaten soll ein Nachbar das Jugendamt darüber informiert haben, dass die Kinder sich oft selbst überlassen gewesen seien und in der Wohnung angeblich schlimme Zustände herrschen würden. Ob das Jugendamt aktiv geworden ist, war am Wochenende nicht in Erfahrung zu bringen.

Nachdem der schwer verletzte Lebensgefährte Freitagnacht in die Klinik gebracht worden war und die Polizei die Ehefrau zur Befragung mitgenommen hatte, kümmerte sich der Großvater um die drei kleinen Mädchen.

Die Mordkommission ermittelt nun wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

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