Versuchte Vergewaltigung Attacke im Damenklo – Sicherungsverwahrung für den Täter?

Kommt der 35-Jährige in Sicherungsverwahrung? Das muss jetzt das Landgericht entscheiden. Foto: dpa

Der 35-Jährige hatte im Backstage eine junge Frau angegriffen. Das Gericht behielt sich damals eine Sicherungsverwahrung des Mannes vor. Bleibt er im Gefängnis?

 

München - Er hatte versucht, eine junge Frau auf der Damentoilette der Diskothek Backstage zu vergewaltigen. Doch dem Opfer gelang die Flucht. Das Urteil im Juni 2015: Vier Jahre und neun Monate Gefängnis für Mohamed B. (35). "Sie haben Ihre Chance vertan", hatte Richter Anton Winkler damals dem einschlägig vorbestraften Sexualstraftäter erklärt.

Doch damit nicht genug. Das Gericht behielt sich damals eine Sicherungsverwahrung des Mannes vor. Wenn bei ihm in der Haftzeit eine krankhafte Neigung zur Vergewaltigung festgestellt werde, so das Gericht, würde er im Gefängnis bleiben müssen. Ob Mohamed B. in die Sicherungsverwahrung kommt, muss jetzt das Landgericht entscheiden.

Versuchte Vergewaltigung in 2014 - Opfer konnte fliehen

Die Tat: Der damals 30-Jährige war laut Anklage am 16. August 2014 um 5 Uhr morgens mit der Absicht, eine Frau zu vergewaltigen, auf die Damentoilette des Backstage gegangen. Er drängte sein Opfer (20) in eine Kabine und fasste ihr mit der rechten Hand fest an den Hals, verriegelte mit der linken die Kabine.

Doch die junge Frau nutzte den Moment, als sich der Täter die Hose runterzog, um mit einem Fuß die Kabinentür aufzutreten und an dem Mann vorbei aus der Kabine zu stürmen. Mohamed B. konnte noch in der Disco gestellt werden.

Täter war nicht in Therapie – Kommt die Sicherheitsverwahrung?

Sein Anwalt stellt am Dienstag heraus, dass sich sein Mandant des Unrechts, das er begangen habe, bewusst sei. Er habe sich zudem im Gefängnis um eine Therapie bemüht. Die war aber nicht zustande gekommen.

Ein Justizbeamter erklärt als Zeuge, dass es bei drei Anfragen (unter anderem in der JVA Landsberg und der JVA Würzburg) keinen Therapieplatz für Mohamed B. gegeben habe. In der JVA Straubing wollte aber wiederum der 35-Jährige nicht therapiert werden. Kommt er also in Sicherungsverwahrung? Der entscheidende Mann in diesem Verfahren dürfte Cornelis Stadtland werden. An seinem psychiatrischen Gutachten des Angeklagten wird sich das Gericht orientieren.

 

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