Vermisste Türkin Mädchen (17) zieht von Neuried in den Dschihad!

Eine 17-Jährige aus Neuried wird vermisst: Die Eltern glauben, sie ist in den Dschihad gezogen. Foto: privat

Eine 16-Jährige Schülerin ist spurlos verschwunden. Freunde und Familie glauben, dass sich das Mädchen in Syrien einer Terrormiliz angeschlossen hat.

 

Das Schicksal von Amina Ü. (Name geändert) sorgt für große Bestürzung. Freunde und Familie suchen verzweifelt nach der 16-Jährigen aus Neuried bei München. Sie glauben, dass das Mädchen auf dem Weg nach Syrien ist.

„Ich habe noch keine Spur von meiner Tochter“, sagt Atilla Ü. am Telefon. Wie seine Tochter ist er von München aus nach Istanbul geflogen. „Ich bin in der Türkei und bleibe so lange dort, bis ich sie finde.“

Es ist die pure Verzweiflung, die den Vater antreibt. Mit einem Foto in der Hand läuft er durch die Straßen der Millionen-Metropole und hofft irgendjemanden zu treffen, der die 16-Jährige gesehen hat. Amina Ü. verschwand Ende Februar (AZ berichtete). „Ich fahre zu einer Freundin“, sagte sie damals zu den Eltern. Angeblich wollte sie auf eine Geburtstagsparty. Ob die tatsächlich stattgefunden hat, ist unklar. Jedenfalls ist Amina seitdem verschwunden.

Über das Internet versucht die Familie seitdem immer wieder Kontakt zu der 16-Jährige zu bekommen. Die Geschwister schreiben ihr über Facebook: „Du bis nicht mehr da, und der Schmerz wird jeden Tag schlimmer“.

Ende Februar gingen die Eltern zur Polizei und erstatteten Vermisstenanzeige. „Seitdem läuft die Suche“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Wenger.

Inzwischen beschäftigen sich mit dem Fall allerdings auch der Verfassungsschutz, das Bayerische Landeskriminalamt und auch die Staatsanwaltschaft München. Ein Indiz dafür, dass es bei der Schülerin um weit mehr geht, als nur um einen pubertierenden Teenager, der von Zuhause ausgerissen ist.

Amina hat sich innerhalb kürzester Zeit radikal verändert – optisch wie auch von der Persönlichkeit. Bis vor wenigen Monaten war sie ein ganz normales Mädchen. Sie ging zur Schule, sie wollte nach dem Abschluss eine Ausbildung absolvieren. Sie interessierte sich für Musik, für Mode und traf sich mit ihren Freunden – ein ganz normales Teenagerleben. Die Eltern stammen aus der Türkei, Amina und ihre Geschwister haben dagegen die deutsche Staatsangehörigkeit.

Amina lief plötzlich immer öfter verschleiert herum. Sie trug den traditionellen Tschador, einen schwarzen Schleier, der nur die Augen frei lässt.

Religiöse Themen beschäftigen die Schülerin zunehmend. Ihre Ansichten werden radikaler. Schule und auch Freunde zeigen sich besorgt, sie wollen helfen, doch sie sind machtlos, genauso wie die Eltern. Amina spricht immer öfter über Syrien, den Irak und den Kampf der Terrormilizen. Sie wolle auch nach Syrien, kündigt sie eines Tages plötzlich an. „Bisher haben wir keinen Beweis dafür, dass sie sich tatsächlich einer der Terrormiliz angeschlossen hat“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Die Familie hat keinen Zweifel, dass Amina ihren Plan in die Tat umgesetzt hat. „Du bist in Allah’s Namen dahin gegangen und deswegen hoffe ich Allah bringt dich uns zurück“, schreibt ihr Bruder im Internet. „Ich weiß, dass du nur Gutes wolltest für deinen Glauben und diese Welt, doch dabei hast du völlig vergessen, dass du unsere Welt zerstörst indem du uns verlässt.“

Bisher hat Amina auf keine Nachricht von Freunden oder ihrer Familie reagiert.

Nach AZ-Informationen hat sie am 28. Februar Deutschland verlassen. Sie flog von München nach Istanbul. Die 16-Jährige hat einen deutschen Reisepass. Deshalb schöpfte bei der Ausreise am Münchner Flughafen niemand Verdacht. Möglicherweise ist sie in Begleitung einer Freundin.

Völlig unklar ist, woher das Mädchen das Geld für das Flugticket hat. Möglicherweise hatte Amina bereits in München Kontakt zu Islamisten, die die Reise finanzierten. Unbekannt ist auch, wer dafür verantwortlich ist, dass sich die Schülerin in so kurzer Zeit radikalisierte.

Amina ist weder über Handy noch über Internet erreichbar. Kein gutes Zeichen. Islamisten schirmen so die frisch rekrutierten Freiwilligen ab, um zu verhindern, dass sie es sich anders überlegen. Ihre Familie hofft, dass Amina gesund zurückkehrt: „Du bist ein Teil meines Herzens ein Teil meines Lebens. Seit dem du weg bist, ist jeder Tag für mich wie ein Höllenfeuer.“

 

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