Verletzungen in Rio Olympia brutal: Knochenbrüche, Bänderrisse und bittere Tränen

, aktualisiert am 08.08.2016 - 15:56 Uhr
Nichts für schwache Nerven: Schon in den ersten beiden Tagen gab es etliche schwere Verletzungen bei den Olympischen Spielen in Rio. Vor allem die Turner, Radfahrer und Tennisspieler waren betroffen. Foto: dpa/AZ

"Olympia brutal" erleben die Sportfans am Auftakt-Wochenende der Sommerspiele in Rio de Janeiro. Die Radprofis landen reihenweise im Graben, beim Turnen bekommen die Fans schon beim Zusehen Schmerzen.

 

Rio de Janeiro - Die Olympischen Spielen haben gerade erst begonnen, doch bereits das Auftakt-Wochenende hat die Sportfans den Atem stocken lassen. Zahlreiche Stürze mit vielen Knochenbrüchen haben die Radrennen überschattet, auch im Turnen gab es bereits schlimme Verletzungen:

Turnen

Der deutsche Mehrkampfmeister Andreas Toba erleidet im olympischen Vorkampf einen Riss des vorderen Kreuzbandes und eine Verletzung des Innenmeniskus. Trotzdem geht er unter großen Schmerzen noch an das Pauschenpferd, um der deutschen Mannschaft zum Einzug ins Teamfinale zu verhelfen. Eine Medaille ist für ihn dahin, ein Held ist er trotzdem.

Nun werden in Deutschland erste Forderungen laut, Toba zum Sportler des Jahres zu küren. "Wir haben Zuschriften erhalten, die in diese Richtung gehen", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Montag: "Solch ein Einsatz ist wertvoll und wird, wie man sieht, auch in der Heimat wahrgenommen."

 

Hier gibt's den Newsblog zu den Olympischen Spielen in Rio

Turnen

Die Bilder seines Beines sind nichts für schwache Gemüter. Der Franzose Samir Ait Said landet am Samstagabend beim Sprung so unglücklich auf dem linken Bein, dass sein Unterschenkel durchbricht und fast im 90-Grad-Winkel zum Oberschenkel steht. Ein Aufschrei des Entsetzens geht durch das Publikum. Auf einer Trage wird der Europameister von 2013 nach minutenlanger Behandlung auf der Sprung-Matte aus der Halle gebracht.

 

Radsport

Die Niederländerin Annemiek van Vleuten kracht auf der Abfahrt von der Vista Chinesa kopfüber in Führung liegend in den Straßengraben und bleibt regungslos liegen. Es muss mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Am Abend gibt der niederländische Radsport-Verband die Diagnose bekannt: Van Vleuten hat sich drei Knochenabsplitterungen an der Lendenwirbelsäule und eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen. Die 33-Jährige sei bei Bewusstsein, könne sprechen und sei trotz ihrer Lage klar im Kopf. Landsfrau Anna van der Breggen gewinnt das Rennen, zum Feiern ist ihr nicht zumute.

Am Montag twitterte die 33-Jährige: "Ich warte auf einige Untersuchungen und hoffe, dass ich heute rauskomme." Nochmals drückte sie ihre Enttäuschung über die entgangene Goldchance aus: "Diese Chance kommt einmal in vier Jahren, das macht es nicht leicht."

 

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Radsport

Der frühere Tour-de-France-Sieger Vincenzo Nibali aus Italien und der Kolumbianer Sergio Henao rasen in einer dreiköpfigen Spitzengruppe einer sicheren Medaille entgegen, ehe sie auf der letzten Abfahrt beide stürzen. Das Ergebnis: Nibali erleidet einen Schlüsselbein-, Henao einen Beckenbruch. Es sind nicht die einzigen Stürze mit Folgen. Den Australier Richie Porte zieht sich bei einem Sturz einen Schulterbruch zu.

 

Tennis

Dustin Brown knickt bei seiner Olympia-Premiere in seinem Erstrunden-Spiel gegen den Brasilianer Thomaz Bellucci um und muss aufgeben. Später twittert der Deutsch-Jamaikaner ein Bild von seinem Knöchel. Ein doppelter Bänderriss wird ihn zu einer mehrwöchigen Pause zwingen. Auch für Philipp Kohlschreiber ist seine Rio-Reise zu Ende – wegen einer Stressfraktur im rechten Fuß soll der Deutsche noch am Montag abreisen.

 

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