Verlängerung der U4 und U5 München: Parteien leisten Widerstand gegen U-Bahn-Pläne der CSU

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
Gedränge an der U-Bahn – wie so oft in Münchens Untergrund. Foto: Archiv/dpa

Die Rathaus-CSU fordert die Verlängerung mehrerer U-Bahn-Linien. Doch andere Fraktionen reagieren ablehnend.

 

München - Die schnellere Verlängerung der U5 von Neuperlach Süd aus über Ottobrunn bis Taufkirchen ist ein Vorschlag. Eine Verlängerung der U4 über Englschalking oder Daglfing und Aschheim nach Heimstetten ist ein weiterer von vielen U-Bahn-Plänen, die die CSU-Fraktion voranbringen will (Lesen Sie hier).

Doch nicht alle im Rathaus sind überzeugt von den Plänen. Die grüne OB-Kandidatin Katrin Habenschaden warnt: "Wir bräuchten mehr Infos, um die Vorschläge beurteilen zu können."

Vor allem, wenn es um die Zusammenarbeit mit dem Umland gehe, würden noch viele Fragen offen stehen. Und, so Habenschaden: "Wieder einmal geht es um die U-Bahn, die wahnsinnig lange braucht, bis sie fertig ist." Sie appelliert: "Wir müssen zwar auch an die U-Bahn denken, brauchen aber auch schnelle Lösungen – etwa neue Buslinien und -spuren sowie den Ausbau des Tramnetzes."

Stadtrat Röver priorisiert Bau der U9: "So kann es nicht weitergehen!"

Auch SPD-Stadtrat Jens Röver sieht die Prioritäten zunächst woanders. "Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des ÖPNV ist der Bau der U9, um ausreichende Kapazitäten im Innenstadtbereich zu schaffen", sagt er.

Der Stadtrat hat zwar jüngst dafür gestimmt, dass 393 Millionen Euro für einen U9-Bahnhof im Rohzustand und 100 Millionen Euro für die weitere Planung der U9 aus dem städtischen Haushalt vorgeschossen werden. Ob und wie viel Geld es aber letztlich für das 3,5-Milliarden-Euro-Projekt von Freistaat und Bund geben wird, ist alles andere als klar.

Röver schimpft: "Manuel Pretzl ist gerne aufgefordert, mit seinen Parteifreunden Andreas Scheuer, Markus Söder und Hans Reichhart hierfür die Finanzierung sicherzustellen." In dem Zusammenhang könne er auch gerne mit der zuständigen Staatsregierung über die "katastrophalen Zustände bei der S-Bahn" sprechen. Röver: "So kann es nicht weitergehen!"

 

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